Berufsunfähigkeits-Versicherung

Schutz vor Ruin wegen Krankheit

München - Psychische Probleme, ein kaputter Rücken oder Krebs – wer wegen eines Unfalls oder einer Krankheit nicht mehr arbeiten kann, hat ohne eine Berufsunfähigkeitsversicherung meist Schwierigkeiten, den Lebensunterhalt weiter bestreiten zu können.

Psychische Probleme, ein kaputter Rücken oder Krebs – wer wegen eines Unfalls oder einer Krankheit nicht mehr arbeiten kann, hat ohne eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) in den meisten Fällen Schwierigkeiten, den Lebensunterhalt weiter bestreiten zu können.

Die BU zählt laut Bund der Versicherten (BdV) zu den wichtigsten Versicherungen, da jeder fünfte Arbeitnehmer erwerbs- oder berufsunfähig wird. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema.

Wer sollte eine BU abschließen?

Jeder, der nicht über ein großes Privatvermögen verfügt. Zu den besonders gefährdeten Berufsgruppen zählen Handwerker wie etwa Gerüstbauer oder auch Krankenschwestern. Der BdV rät aber auch jenen, die als ungefährlich geltende Berufe ausüben, zum Abschluss einer BU – weil die finanziellen Folgen von Unfall oder Krankheit schwerwiegend sein können. Die Absicherung von Invaliditätsrisiken ist wichtig, da es vom Staat keine oder nur eine geringe Unterstützung gibt.

Wann sollte ich eine BU abschließen?

So früh wie möglich – je jünger und gesünder ein Versicherungsnehmer bei Vertragsabschluss ist, desto günstiger ist der Beitrag. Je später man sich für eine BU entscheidet, desto eher können Erkrankungen einen Vertragsabschluss erschweren oder sogar verhindern.

Was kostet eine BU?

Berufsunfähigkeitsversicherungen sind teuer, aber die Preisunterschiede der verschiedenen Anbieter sind erheblich. Die Höhe der Prämie hängt ab von der Höhe der späteren BU-Rente, der Todesfallsumme, der Laufzeit, Alter und Gesundheitszustand. Und je riskanter ein Beruf, desto höher die Versicherungsprämie. Für manche Berufe gibt es gar keine BU-Police. Günstige Versicherungen sind um die 100 Euro im Monat zu haben (bei 2000 Euro Rente).

Wie hoch sollte die BU-Rente sein?

Im Falle einer Berufsunfähigkeit müssen Miete, Essen und Versicherungen weiter bezahlt werden. Deshalb sollte anhand des aktuellen Nettoeinkommens geschätzt werden, wie hoch die monatliche BU-Rente sein sollte. Die Versicherungssumme wird oft viel zu niedrig angesetzt. 1000 Euro Rente sind für einen Familienvater, der eine Immobilie abbezahlen muss, viel zu wenig. 80 Prozent des Nettogehalts sollte man bei der Absicherung anstreben. Bei der Berechnung der notwendigen Rentenhöhe kann man frei verfügbare Einkünfte aus anderen Quellen als dem Arbeitseinkommen einkalkulieren, wie Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung oder auch vorhandenes Vermögen. Die Laufzeit sollte bis zum Rentenalter gehen.

Wann zahlt die Versicherung?

Ein BU-Vertrag sollte möglichst auf die sogenannte abstrakte Verweisung verzichten. Damit könnte ein Versicherer sonst eine BU-Rente verweigern und den Versicherten auf einen anderen, gleichwertigen Beruf verweisen, in dem er trotz Krankheit arbeiten könnte – egal, ob er tatsächlich einen Job findet. Bei der inzwischen häufigeren konkreten Verweisung müssen die Anbieter nur dann nicht zahlen, wenn der Versicherte in einem gleichwertigen Beruf arbeitet und auch angemessen bezahlt wird.

Worauf sollte man bei Abschluss achten?

Stiftung Warentest rät dazu, vor einem Vertragsabschluss mindestens fünf bis zehn Angebote einzuholen und zu vergleichen. Wer erst einmal von einer Versicherung abgelehnt wurde, bekommt woanders nur schwer einen Vertrag.

Wie gehe ich mit den Fragen zur Gesundheit um?

Die Gesundheitsfragen sollten vollständig und wahrheitsgemäß beantwortet werden. Denn der Versicherer prüft im Leistungsfall nicht nur, ob eine Berufsunfähigkeit vorliegt, sondern auch, ob alle Angaben zum Gesundheitszustand korrekt waren. Davon hängt ab, ob und wie viel er zahlt.

Was ist, wenn ich Vorerkrankungen habe?

Wer Angst hat, dass ein Antrag wegen Vorerkrankungen abgelehnt wird, kann eine anonyme Risikovoranfrage stellen. So wird vermieden, dass der Name sofort auf einer schwarzen Liste der Versicherer landet. Die anonyme Risikovoranfrage muss jedoch eine andere Person übernehmen, zum Beispiel ein Versicherungsmakler.

Gibt es Alternativen zur BU?

Wer aus gesundheitlichen oder finanziellen Gründen keine Berufsunfähigkeitsversicherung hat, kann laut Stiftung Warentest auf Alternativen ausweichen, die allerdings kein 100-prozentiger Ersatz sind. Für Selbstständige oder Hausfrauen ist zum Beispiel der deutlich günstigere Erwerbsunfähigkeitsschutz eine Möglichkeit. Infrage kommen auch eine Funktionsinvaliditätsversicherung, Grundfähigkeitsversicherung, eine Schwere-Krankheiten-Versicherung oder eine private Unfallversicherung. Die Policen bieten nur eingeschränkten Schutz, weil sie meist nur ausgewählte Invaliditätsrisiken abdecken.  afp

Rubriklistenbild: © dpa

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