DAX schwächer - US-Vorgaben drücken auf Kauflaune

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Frankfurt (dpa) - Die jüngsten Kursverluste der US-Börsen haben den Investoren des deutschen Aktienmarktes am Mittwoch die Kauflaune verdorben. Der Aktienindex DAX fiel bis zum Mittag um 0,73 Prozent auf 6.470,73 Punkten.

Der MDAX verlor 0,78 Prozent auf 8.676,66 Zähler. Der TecDAX sank um 0,85 Prozent auf 829,44 Punkte. Die bröckelnden Kurse an der New Yorker Börse trübten auch hierzulande die Stimmung am Aktienmarkt, sagten Börsianer. In den USA hatten schwache Rohstofftitel die Aktienindizes ins Minus gedrückt.

Die Aktien von Infineon Technologies dämmten ihre frühen Gewinne ein, hielten sich mit plus 0,80 Prozent auf 6,30 Euro aber dennoch an der DAX-Spitze. Händler verwiesen auf die jüngsten Schlagzeilen zu den Spekulationen um die Zukunft der Qimonda-Beteiligung. Aktuell reiht sich die "Financial Times Deutschland" in die Reihe derjenigen ein, die über ein Interesse von Micron Technology an dem 77-prozentigen Anteil von Infineon an der Speicherchiptochter Qimonda berichten.

Analyst Michael Busse von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) verwies zudem drauf, dass der Titel unter den DAX-Werten einer der "größten Profiteure eines starken Dollar" sei. Der Euro hatte seine Talfahrt am Morgen fortgesetzt und sank auf den tiefsten Stand seit gut sieben Monaten.

adidas-Papiere verloren trotz positiver Nachrichten 2,08 Prozent auf 40,02 Euro. Händler verwiesen auf einen Medienbericht, demzufolge der Sportartikelhersteller in den USA einen Rechtsstreit mit Wal-Mart um die Verletzung von Markenrechten beigelegt hat. Die Herzogenauracher hatten dem weltweit größten Einzelhändler vorgeworfen, Schuhe zu verkaufen, die den adidas-Modellen mit den drei Streifen ähneln. Ein anderer Börsianer sagte: "Zwar sind die Details der Einigung noch nicht bekannt. Dennoch nehme ich an, dass Wal-Mart adidas ein Einlenken mit einer lukrativen Kompensation schmackhaft gemacht haben könnte."

Die Papiere von ThyssenKrupp fielen um 1,17 Prozent auf 32,16 Euro und sanken zwischenzeitlich ans DAX-Ende. Händler verwiesen auf die negativen Vorgaben aus den USA. Dort hatten die Stahlwerte tags zuvor teils herbe Einbußen verzeichnet.

Aktien von IVG Immobilien sackten im MDAX mit minus 4,58 Prozent auf 10,83 Euro ans Index-Ende. Das Immobilienunternehmen will sein nach dem Teilverkauf am Vortag geschrumpftes Kavernengeschäft rasch wieder ausbauen. IVG habe sich die Rechte für die Entwicklung von 60 weiteren Objekte im Eigenbestand gesichert, sagte der Vorstandsvorsitzende Wolfhard Leichnitz der "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Unterdessen reduzierte die Commerzbank ihr Kursziel für das Papier von 20 auf 18 Euro, blieb aber bei der Empfehlung "Buy". Exane behält die Verkaufsempfehlung bei, hob aber das Ziel von 10,30 auf 10,40 Euro.

Celesio-Papiere legten hingegen an der MDAX-Spitze um 3,55 Prozent auf 28,27 Euro zu. Analyst Ulrich Huwald von M.M. Warburg begründete die Kursgewinne damit, dass die Apotheken in ihrem bislang abgeschotteten Markt bald starke Konkurrenz bekommen könnten. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hält aktuell eine Anhörung zur Liberalisierung des Apothekenmarktes in Deutschland ab und mit einem Urteilsspruch wird bis zum Herbst 2009 gerechnet. Die meisten Experten erwarten laut Börsianern, dass es zu einer Liberalisierung des deutschen Apothekenmarktes kommt. Davon würde der Pharmahändler profitieren.

Im TecDAX sanken Carl Zeiss Meditec nach einem negativen Analsytenkommentar um 3,22 Prozent auf 11,71 Euro ans Index-Ende. Cheuvreux hatte den Titel von "Outperform" auf "Underperform" gesenkt und das Ziel mit 11,50 Euro beziffert.

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