Schwarzer Tag für Kamp-Lintfort

BenQ: - Kamp-Lintfort/München - ­ Der letzte deutsche Handyhersteller BenQ Mobile stellt vier Monate nach der Firmenpleite seine Produktion ein. Im niederrheinischen Werk Kamp-Lintfort sollte das letzte Handy aus Restbeständen fertiggestellt werden. 165 Mitarbeiter waren zuletzt noch beschäftigt.

Unterdessen haben sich noch nicht alle Interessenten für die ehemalige Siemens-Handy-Sparte mit ursprünglich mehr als 3000 Beschäftigten verabschiedet. "Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Es gibt noch Gespräche, aber wir machen uns keine großen Hoffnungen", sagte eine Sprecherin von Insolvenzverwalter Martin Prager. Auch die Hamburger Firma Bacoc, die ein Angebot f in Aussicht gestellt, dann aber nicht vorgelegt hatte, gehöre offiziell noch zum Kreis der Interessenten.

Prager hatte bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass die Chancen für einen Neustart des Unternehmens sinken, je mehr Zeit zwischen der Insolvenz und einer Übernahme verstreicht. Nach Ansicht eines IG-Metall-Sprechers ist ein neuer Investor nicht in Sicht. In den vergangenen Wochen waren verschiedene Rettungsmodelle für die frühere Siemens-Handy-Sparte in der Diskussion. Die Gespräche mit den potenziellen Investoren blieben aber ohne Ergebnis.

Siemens hatte sein Handy-Geschäft 2005 inklusive einer Mitgift von mehreren hundert Millionen Euro an den taiwanesischen Elektronikkonzern BenQ Corp. abgegeben. Nach Umsatz- und Marktanteilsverlusten hatte die neue Mutter dem Unternehmen den Geldhahn zugedreht und die deutsche Tochter so in die Pleite geschickt.

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