Schweigen war Gold

- Berlin - Zwölf Stunden musste Gerhard Schmid ausharren. In einer dunklen Halle, auf einem unbequemen Plastiksitz, unter Dauerbeschallung. Aber am Ende hatte sich für den Mobilcom-Gründer die Reise zur Hauptversammlung nach Berlin gelohnt. Gegen Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen die Aktionäre, Schadenersatzansprüche gegen den Großaktionär France Télécom geltend zu machen.

<P>Für den Ex-Milliardär ist der Erfolg ein Etappensieg in der Dauerfehde mit dem Partner von einst. "Ich bin zufrieden", lautete sein knapper Kommentar. "Ein Erfolg für alle freien Aktionäre."<BR><BR>Fast fünf Jahre ist es her, dass Schmid mit Hilfe der France Télécom für mehr als 8,4 Milliarden Euro eine UMTS-Lizenz ersteigerte. Als die Franzosen fürchteten, dass sich das Geschäft nicht rechnen würde, geriet Mobilcom an den Rand des Zusammenbruchs. Schließlich übernahmen sie die Schulden. Schmid musste sich zurückziehen, doch seine Frau Sybille Schmid-Sindram hält noch immer 2,9 Millionen Aktien. Bei der Hauptversammlung saß das Ehepaar den ganzen Tag über Seite an Seite. Dabei auch der FDP-Politiker und Anwalt Wolfgang Kubicki.<BR><BR>Das "lautstarke Finale" blieb aus. Schmid schwieg. Seine Taktik ging auf: Die Entscheidung, Schadenersatzansprüche prüfen zu lassen, fiel kurz vor Mitternacht schließlich mit großer Mehrheit. <BR></P>

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