Schweizer bauen ab 2009 wieder Dornier-Flugzeuge in Bayern

München - In Oberbayern sollen wieder Flugzeuge der traditionsreichen Marke Dornier gebaut werden. Der Schweizer Konzern Ruag hat nach eigenen Angaben beschlossen, die Fertigung der "Do228" ab 2009 in Oberpfaffenhofen aufleben zulassen. Die Grundsatzentscheidung für die Endmontage dort sei gefallen, sagte der Chef der Sparte Aerospace Services, Wolfgang Neumann, der "Financial Times Deutschland" (FTD).

An dem Luft- und Raumfahrt-Standort westlich von München hatten Ingenieure zwischen 1982 und 2002 nach Angaben des Branchendiensts "Airliners.de" über 245 Stück der zweimotorigen Propellermaschine gebaut. Zuletzt hatte Fairchild-Dornier die Produktion gesteuert. Doch nach der Pleite des Unternehmen erwarb Ruag unter anderem die Rechte an der "Do228" aus der Dornier-Erbmasse und ließ sie fortan in Lizenz in Indien für den dortigen Markt herstellen.

Das Unternehmen will nun unter dem Kürzel "Do228 New Generation" eine modernisierte Version auf den Markt bringen. Geplant ist, Rumpf und Flügel für den Nachfolger aus Indien zu beziehen und die Teile dann in Oberpfaffenhofen zu montieren. Angaben über Stückzahlen, die Höhe der Investitionen und den damit verbundenen Aufbau von Jobs in Oberpfaffenhofen machte Neumann gegenüber der FTD nicht. Der Ruag-Manager erklärte aber: "Wir würden nicht beginnen, wenn es nicht eine Reihe von Kaufinteressenten gäbe."

Das Unternehmen erwirtschaftet derzeit mit 1000 Mitarbeitern rund 100 Millionen Euro Umsatz in Oberpfaffenhofen. Die Einnahmen werden unter anderem mit der Wartung der 190 "Do228" erzielt, die weltweit noch im Einsatz sein sollen. Sie werden als Passagier-, Transport- und Missionsflugzeug genutzt.

Die Bayerische Landesregierung zeigte sich über die Wiederkehr der Dornier-Produktion erfreut. "Wir begrüßen alles, was den Luftfahrtstandort Bayern und speziell Oberpfaffenhofen stärkt", erklärte Wirtschaftsministerin Emilia Müller gegenüber unserer Zeitung. Man werde im Rahmen der Möglichkeiten alles tun, um tragfähige Konzepte zur Fertigung von Flugzeugen in Oberpfaffenhofen zu unterstützen. Die Luft- und Raumfahrt zählt mit 23 000 Mitarbeitern und einem Umsatz von fünf Milliarden Euro zu den wichtigen Hightec-Branchen im Freistaat.

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