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Die Schweizer haben sich in einem Referendum gegen überzogene Managergehälter ausgesprochen

Schweizer stimmen gegen überhöhte Managergehälter

Bern - Die Schweizer Bürger haben laut Hochrechnungen mit Zweidrittelmehrheit einer Volksinitiative zugestimmt, die sich gegen die „Abzockerei“ von Top-Managern wendet.

Laut Hochrechnungen des Forschungsinstituts gfs.bern sagten am Sonntag 68 Prozent Ja zur der Vorlage. Mit dem amtlichen Abstimmungsergebnis wurde am Abend gerechnet. Die Stimmlokale schlossen am Sonntagmittag.

Hintergrund der Initiative ist die wachsende Empörung über üppige Vergütungen und Abfindungen für Top-Manager, die oft zweistellige Millionenbeträge erreichen. Die „Abzockerinitiative“ verlangt, dass künftig nicht mehr die Manager die Vergütungen unter sich ausmachen, sondern die Aktionäre über die Gesamtsumme aller Bezüge des Verwaltungsrats, der Geschäftsleitung und des Beirats abstimmen können. Dies erstreckt sich ebenso auf das Grundgehalt wie auf Bonuszahlungen.

Betroffen sind nur Schweizer Firmen, die im In- oder Ausland an der Börse notiert sind. Ganz verboten werden sollen zudem Abfindungen, Prämien zum Einstand oder bei Firmenkäufen und -verkäufen. Bei Zuwiderhandlung drohen laut dem Initiativentwurf Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren und Geldstrafen bis zu sechs Jahresvergütungen.

Befeuert wurde die Kampagne zuletzt vom Fall des ausscheidenden Novartis-Managers Daniel Vasella, dem fast 60 Millionen Euro allein dafür gezahlt werden sollten, dass er nicht zu Konkurrenzfirmen wechselt. Nach harscher öffentlicher Kritik platzte der Deal schließlich. Als nächster Manager geriet danach Edward Breen in den Blick der Öffentlichkeit, der amerikanische Vorstandschef des Mischkonzerns Tyco soll im vergangenen Jahr gut 24 Millionen Euro verdient haben.

Wer es in der Schweiz schafft, für eine Initiative 100.000 Unterschriften zu sammeln, kann ein bindendes Referendum erzwingen. Wahlberechtigt sind gut fünf Millionen Bürger.

AP

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