Schwerer Schlag für den Luftfahrtstandort

- Hamburg - Umweltschützer feierten einen Sieg, die Luftfahrtnation Deutschland wurde durch die erneute Gerichtsentscheidung gegen eine Verlängerung der Startbahn am Airbus-Werk Finkenwerder tief getroffen. Die nur vorsichtigen Stellungnahmen lassen die Tragweite für den Industriestandort Deutschland kaum erahnen.

<P>Airbus hatte die Verlängerung beantragt, damit die Frachtversion des Großraum-Jets A380 auch beladen auf dem Werksflughafen starten und landen kann. Das Gericht stellte sich mit seinem Beschluss auf die Seite von zehn Grundeigentümern oder Pächtern, die für die Startbahn-Verlängerung hätten enteignet werden müssen.<BR><BR>Enteignungen zu Gunsten eines privaten Wirtschaftsunternehmens seien nur insoweit zulässig, wie das konkrete Vorhaben dem Wohl der Allgemeinheit diene. Vieles spreche dafür, dass die Auslieferung der Airbus-Frachtversion nicht ausreiche, um die Enteignung zu rechtfertigen, heißt es in der Entscheidung. Eine endgültige Entscheidung über die Startbahn-Verlängerung steht noch aus, das Verfahren kann sich aber über Jahre hinziehen.<BR><BR>Der Flugzeughersteller bedauerte die OVG-Entscheidung und bekräftigte, dass die Verlängerung "zwingend notwendig" sei, um auch die Frachtversion und mögliche Weiterentwicklungen des A380 in Hamburg an seine Kunden ausliefern zu können. </P><P>Grundsätzlich habe das OVG das Projekt von Airbus nicht in Frage gestellt. <BR>Airbus-Chef Gerhard Puttfarcken hatte darauf verwiesen, dass eine endgültige negative Entscheidung äußerst nachteilige Folgen für die Luftfahrt nicht nur in Hamburg, sondern in ganz Deutschland haben werde. Das befürchtet auch der Präses der Handelskammer der Hansestadt, Karl-Joachim Dreyer. Er sprach von einem schweren Rückschlag für den Wirtschaftsstandort Hamburg.<BR><BR>Der leere Großfrachter kann auf der bestehenden 2678 Meter langen Landebahn in Hamburg-Finkenwerder starten und landen. Aber bei der Ablieferung an Kunden muss er zu zwei Dritteln beladen sein, was nach Ansicht von Airbus die Verlängerung notwendig macht.</P>

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