Schwieriger Abschied von der Wall Street

- Berlin - Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) will bei der New Yorker Börse Möglichkeiten für einen leichteren Rückzug deutscher Konzerne vom US-Parkett ausloten. Das bestätigte sein Sprecher. Eichel reagiert damit offenbar auf Bestrebungen deutscher Konzerne, die einst als prestigeträchtig eingestufte Notierung an einer US-Börse wieder aufzugeben, da sich der Gang an die Wall Street nicht gelohnt hat. Die strengen Börsenregeln machen es jedoch fast unmöglich, das US-Engagement wieder rückgängig zu machen. Die Konzerne hofften nun auf Hilfe Eichels, so "Der Spiegel".

<P>Eichels Sprechers wollte dazu keinen näheren Angaben machen. Er betonte nur, dass es bei den Gesprächen Anfang Oktober in New York im Anschluss an die Herbsttagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank aber nicht ausschließlich um das so genannte Delisting deutscher Firmen von den US-Börsen gehe. Eichel wolle bei seinem ersten Besuch der New Yorker Börse auch über das Verhältnis der Finanzmärkte zueinander sprechen.<BR><BR>An der New York Stock Exchange (NYSE) und der US-Technologiebörse Nasdaq sind derzeit laut "Spiegel" 18 deutsche Konzerne gelistet, darunter Schwergewichte wie Daimler-Chrysler, Siemens, Allianz, Eon oder die Deutsche Telekom. US-Notierung als ein Muss. Der Gang ans New Yorker Parkett hat sich laut "Spiegel" aber oft nicht gelohnt. Weder habe sich der Bekanntheitsgrad erhöht, noch könnten Konzerne ihre Aktien bei Übernahmen als Akquisitionswährung einsetzen.<BR><BR>Zudem würden ausländische Investoren, die deutsche Papiere kaufen wollen, lieber direkt an die Frankfurter Börse gehen. Mit Ausnahme des Softwarekonzerns SAP erzielten die 18 Konzerne an NYSE und Nasdaq Umsätze, die ein Bruchteil des deutschen Handelsvolumens seien. Siemens und Daimler-Chrysler sagten, ein Rückzug sei für sie kein Thema.<BR><BR></P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Minister: Neues Tierwohl-Siegel nicht zum Nulltarif zu haben
Agrarminister Schmidt nutzt die Bühne der Grünen Woche, um sein Tierwohl-Label vorzustellen. Es soll den Tieren, aber auch Bauern und Fleischkonsumenten helfen. Doch …
Minister: Neues Tierwohl-Siegel nicht zum Nulltarif zu haben
WLAN im Zug gefordert - Bahn verspricht stabilere Telefonate 
Berlin - Erst kostenloses Internet, bald auch Spielfilme. Die Bahn löst Versprechen für mehr Komfort beim Reisen ein - bisher aber vor allem im ICE. Jetzt muss der …
WLAN im Zug gefordert - Bahn verspricht stabilere Telefonate 
Markenrechte von Schlecker sollen verkauft werden
Düsseldorf - Schlecker will seine Markenrechte verkaufen. Das Insolvenzverfahren der Drogeriekette läuft noch. Die Verhandlungen dürften noch ein paar Jahre in Anspruch …
Markenrechte von Schlecker sollen verkauft werden
Gegenwind für Mays Brexit-Kurs in Davos
In Davos wirbt Premierministerin May für Großbritannien als Wirtschaftsstandort mit guten Handelsbeziehungen in alle Welt. Doch für ihren Brexit-Kurs gibt es auch …
Gegenwind für Mays Brexit-Kurs in Davos

Kommentare