Mit Schwung in den Frühling: Das Wichtigste für den Radl-Kauf

- Der Schnee zergeht auf den Wegen, der Fahrtwind schmerzt nicht mehr in den Ohren - die Radl-Saison beginnt. Wer mit einem neuen Fahrrad starten will, hat eine große Auswahl bei Typen und Zubehör. Die wichtigsten Tipps für den Radl-Kauf:

Sowohl der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) als auch das Verbraucherschutzinformationssystem der Bayerischen Staatsregierung empfehlen: Ein Fahrrad sollte man beim Fachhändler kaufen. Dort kann man Beratung und richtige Montage sowie Einstellung von Sattel- und Lenkerhöhe erwarten.

Die fünf Typen

Zuerst sollte man sich überlegen, welche Radl-Art die richtige ist. In der Regel werden fünf Typen unterschieden.

Citybike: das klassische Stadtradl für kurze Fahrten in den Biergarten oder zur Arbeit. Es hat meist eine bequeme Sitzposition und eine Nabenschaltung mit sieben oder weniger Gängen sowie Rücktrittbremse.

Trekkingrad: die etwas sportlichere Variante, mit der man auch für längere Ausflüge gewappnet ist. Sie bietet meist eine Kettenschaltung mit 14 oder 21 Gängen ohne Rücktrittbremse sowie eine etwas sportlichere Sitzposition.

Tourenrad: das Langstrecken-Gerät. Es eignet sich für mehrtägige oder -wöchige Dauerfahrten, verfügt meist über einen Rennradlenker und besonders stabile Gepäckträger.

Mountainbike: die Cross-Variante für Fahrten im rauen Gelände. Das Feld-, Wald- und Wiesen-Rad ist besonders robust gebaut, augenfällig sind meist die breiten Reifen mit grobem Profil.

Rennrad: der Sportflitzer. Er ist typischerweise besonders leicht, hat schmale, kaum profilierte Reifen und eignet sich für Ausdauersport auf asphaltierten Straßen.

Die Preisspanne

Alltags-Radler, für die sich ein Citybike oder Trekkingrad eignet, müssen in der Regel mindestens 400 bis 600 Euro ausgeben, heißt es in der Branche. Wer ein ultraleichtes Profi-Rad mit Luxus-Ausstattung haben will, kann auch mehrere tausend Euro investieren.

Die wichtigsten Teile

Auch wer sich für einen bestimmten Radl-Typ entschieden hat, kann bei der Ausstattung oft wählen.

Rahmen: Der Rahmen besteht meist aus Stahl oder Aluminium. Stahl ist robuster. Aluminium ist leichter und rostet nicht. Im Preis gibt es zwischen beiden kaum einen Unterschied, erklärt eine ADFC-Sprecherin. Die Mehrzahl der Fahrräder hat inzwischen einen Alu-Rahmen. Als neueste Entwicklung gilt der Carbon-Rahmen, der besonders leicht und stabil, aber auch teuer ist.

Die Rahmengröße sollte bei einer klassischen Trapezform für Herren so gewählt werden, dass zwischen dem Schritt und dem Rahmen etwa 15 Zentimeter Platz bleiben. Für Herren- wie Damenräder gilt: Der Rahmen sollte nicht zu weit, der Lenker bequem zu erreichen sein.

Gangschaltung: 27 Gänge - das klingt beeindruckend, ist es aber nicht unbedingt. Denn viele dieser Gänge sind nahezu identisch oder sollten lieber nicht genutzt werden, weil die Kette zu schräg läuft und sie besonders verschleißträchtig sind, warnt der ADFC. Wichtiger als die Zahl der Gänge sei die Übersetzung des kleinsten und größten Ganges. Wer steile Bergfahrten vorhat, sollte über einen kleinen Gang mit einer Untersetzung verfügen, bei der eine Umdrehung der Pedale weniger als eine Umdrehung des Laufrads bewirkt. Grundsätzlich empfiehlt der ADFC: "Sportliche Fahrer und Radreisende sollten mehr Wert auf eine feine Abstufung - also auf Gangvielfalt - legen als ein Alltagsradler." Für Citybikes ist die Nabenschaltung typisch, Trekkingräder sind in der Regel mit Kettenschaltung ausgestattet. Die Nabenschaltung (mit Rücktrittbremse) benötigt weniger Wartung, weil sie nicht so schnell verschmutzt. Sie bietet aber auch weniger Gangvielfalt.

Bremsen: Bei Rädern ohne Rücktrittbremse gelten Felgenbremsen als Standard. Wer etwa 100 Euro drauflegt, bekommt Hydraulikbremsen, heißt es beim ADFC. Diese wirken bei Regen besser. Allerdings ziehen sie bei Trockenheit extrem stark. Dies ist gewöhnungsbedürftig. Beide Arten werden über einen Griff am Lenker betätigt.

Reifen: Generell gilt: Breite Reifen rollen nicht schlechter als schmale. Es kommt auf Profil und Luftdruck an. Wer überwiegend auf Straßen unterwegs ist, fährt mit wenig profilierten Reifen besser. Auch für Feld- und Waldwege ist ein moderates Profil ausreichend. Wichtig: "Reifen mit wenig Luft laufen schwerer und sind anfälliger für so genannte Durchschlaglöcher beim Überfahren von Kanten", warnt der Fahrradclub. Deshalb sollte der Reifen bis zum zulässigen Maximaldruck aufgepumpt werden. Dieser steht meist seitlich auf dem Reifenmantel.

Lenker und Sattel: Hier kommt es in erster Linie auf den persönlichen Komfort an. Der Lenker sollte etwas breiter sein als die Schultern des Fahrers, empfiehlt der ADFC. Der Sattel sollte so eingestellt sein, dass man sitzend mit beiden Fußspitzen den Boden berühren kann. Stellt man einen Fuß flach auf den Boden und den anderen auf das untere Pedal, sollte das Knie leicht angewinkelt sein.

Die Probefahrt

Was beim Auto üblich ist, darf auch beim Radl sein: Eine Probefahrt, die auch weiter reichen darf als nur einmal um den Block. So merkt man am besten, ob man mit einem Fahrrad klarkommt.

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