SdK-Affäre: Anklage gegen vier Beschuldigte

München - Im Skandal um großangelegte illegale Aktienkursmanipulationen ist Anklage gegen vier Beschuldigte erhoben worden.

Darunter seien drei frühere Funktionäre der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), berichtet das Nachrichtenmagazin "Spiegel" in seiner neuen Ausgabe. Einem der Beschuldigten werfen die Ermittler demnach in der 342-seitigen Anklageschrift Marktmanipulation und Insider-Handel in 196 Fällen vor. Ein weiterer SdK-Ex-Funktionär soll 92-mal Insiderwissen zum Aktienkauf genutzt haben, beim dritten laute der Vorwurf auch auf Betrug. Der vierte Beschuldigte, Herausgeber eines Börsenbriefs, soll in 165 Fällen Aktienkurse gezielt gepusht haben, werde von den Fahndern allerdings eher als Handlanger eingestuft.

Vor knapp einem Jahr hatten die Ermittler bei einer Razzia bundesweit und in Österreich 48 Büro- und Privaträume durchsucht- auch der SdK in München. Die Ermittlungen richten sich insgesamt gegen rund 30 Verdächtige. Die Razzia war der bislang größte Vorstoß gegen organisierte Kursmanipulation in Deutschland und folgte zweijährigen Vorermittlungen.

Nach früheren Angaben eines SdK-Sprechers ging es unter anderem um angebliche Bilanztricks beim Bezahldienstleister Wirecard. Einer der früheren Funktionäre soll öffentlich angebliche Bilanztricks bei Wirecard angeprangert und zugleich auf den fallenden Kurs der Aktie spekuliert haben. Bereits 2008 war die SdK deshalb Ziel einer Durchsuchungsaktion der Staatsanwaltschaft. Diese war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

dpa

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