Der neue Seat Leon Cross Sport wird bei der Volkswagen Group Night präsentiert
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Meistverkauftes Seat-Modell ist der Leon mit über 2 Millionen Exemplaren

Die spanische Traditionsmarke

Seat: Autobauer und Tochterunternehmen von VW

Seat wurde 1950 in Martorell bei Barcelona gegründet und expandierte in den folgenden Jahrzehnten über ganz Europa.

  • Seat wurde 1950 als staatliches Unternehmen in Spanien gegründet.
  • In den ersten Jahrzehnten basierten die Fahrzeuge auf baugleichen Modellen von Fiat.
  • Meistverkauftes Modell der Automarke ist der Leon mit über 2 Millionen Exemplaren.

Barcelona – Seat hat sich in relativ kurzer Zeit zu einer der beliebtesten Automarken Deutschlands entwickelt. Nach dem durchschlagenden Erfolg seiner preisgünstigen Mittelklassefahrzeuge gelang den Spaniern zuletzt mit ihrem SUV ein neuer Hit.

Seat: Die Geschichte der Automarke

Seat wurde 1950 während der spanischen Militärdiktatur unter Franco als Sociedad Española de Automóviles de Turismo gegründet. Das Unternehmen gehörte zu 51 Prozent dem Staat, zu 42 Prozent spanischen Banken und zu 7 Prozent dem italienischen Fiat-Konzern. Dieser lieferte auch die Blaupausen für die ersten Modelle von Seat: Der Seat 1400 A, der 1953 als erstes spanisches Auto vom Band lief, entsprach dem Fiat 1400.

Zum ersten Verkaufsschlager in der Geschichte von Seat wurde 1957 der Seat 600, eine Kopie des Fiat 600. Der preisgünstige Kleinstwagen erlaubte vielen Spaniern zum ersten Mal den Erwerb eines eigenen Autos.

Der Bau von spanischen Fahrzeugen in Lizenz hatte in Francos Spanien System, da der Import ausländischer Autos fast unmöglich war und der Entwicklung einer eigenständigen Automarke die geringen Absatzmöglichkeiten im eigenen Land im Weg standen.

Seat nach dem Ende der Franco-Diktatur

Nach Francos Tod 1975 begann die politische Wende in Spanien, die bis 1982 als abgeschlossen galt. Die erfolgreiche Zusammenarbeit von Seat und Fiat scheiterte an der Weigerung von Fiat, einer Kapitalerhöhung zuzustimmen. Als erstes eigenes Modell stellte die spanische Automarke 1984 den Seat Ibiza vor, der bis heute in mittlerweile fünfter Generation verkauft wird.

Dazu begann Seat eine Kooperation mit der deutschen Volkswagen AG. Diese sollte die Fahrzeuge von Seat in Deutschland vertreiben, während Seat Modelle von Volkswagen in Spanien produzierte. 1989 wurde am Stammsitz in Martorell bei Barcelona ein neues stark vergrößertes Werk eröffnet. Das Image der Automarke erhielt mit den Olympischen Sommerspielen 1992 einen Schub, als der Seat Toledo (der auf dem VW Golf basierte) als offizielles Olympia-Auto diente.

Seat heute

Von 2000 bis 2009 war Seat bei Volkswagen Teil der sportlichen Gruppe um Audi. Mehrere Seat-Modelle starteten bei internationalen Rallyes und anderen Motorsportwettbewerben. Zugleich konnte Seat seine Marktanteile in zahlreichen europäischen Ländern steigern.

Die Sparte der Sportwagen wurde 2018 unter der eigenständigen Marke CUPRA ausgegliedert, während sich die Kernmarke Seat wieder verstärkt auf solide Klein- und Mittelklassewagen setzt.

Seat: Bekannte Modelle im Überblick

Seit dem Seat 1400 hat die Automarke folgende Modelle auf den Markt gebracht:

ZeitraumSeat-ModellBaugleich mit
1953-1964Seat 1400Fiat 1400
1957-1973Seat 600Fiat 600
1979-1985Seat Panda (später Marbella)Fiat Panda
1979-1983Seat Ritmo (später Ronda)Fiat Ritmo
1991-1999ToledoVW Golf II + III
1993-1999CordobaVW Polo
seit 1999LeonSkoda Octavia
1995-2010AlhambraVW Sharan
2008-2013ExeoAudi A4
2004-2015AlteaVW Touran I / Golf V / Audi TT / Skoda Octavia II
seit 2011MiiVW Up! / Skoda Citigo
seit 2016AtecaVW T-Roc / Skoda Karoq

Neben dem Seat Ibiza, dem einzigen „originalen“ Seat-Modell, führt die Automarke auch die Produktion des Seat Leon fort. 2020 wurde der Seat Leon IV vorgestellt, der auf dem gleichen Bausatz wie der VW Golf VIII und der Audi A3 8Y beruht. Mit dem Mii Electric präsentierte Seat das erste Elektrofahrzeug.

Seat: Vorstand

Die Seat S.A. gehört seit 1986 zur Volkswagen-Gruppe. Nach dem Rücktritt von Luca de Meo aus dem Vorstand wurde Wayne Griffith am 1. Oktober 2020 zum neuen Vorstandsvorsitzenden gerufen. Dazu wurde Herbert Steiner zum 1. November 2000 zum neuen Vorstand für Produktion und Logistik ernannt.

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