Für ein Semester ins Ausland: Woran Studenten denken müssen

- Ein oder zwei Auslandssemester werden immer beliebter - und das nicht ohne Grund. Denn es ist mittlerweile für Uni- und FH-Absolventen fast ein Muss bei der Suche nach guten Jobs. Aber welche Voraussetzungen muss ein Student mitbringen, welches Land sollte er wählen und welche Schritte gilt es beim Gang ins Ausland zu beachten? Antworten auf diese Fragen geben in erster Linie die Auslandsämter der Universitäten.

Wie lange bleiben?

Ein Vollstudium an einer ausländischen Hochschule ist nur empfehlenswert, wenn man nach dem Abschluss im Ausland bleiben und dort arbeiten will, da die gegenseitige Anerkennung von Diplomen auch innerhalb der EU problematisch ist. Studenten, die ein oder zwei Semester im Ausland absolvieren wollen, sollten erst nach dem Grundstudium - das für eine Zulassung oft Voraussetzung ist - ins Ausland gehen.

Vorbereitungszeit

Wer ein Auslandssemester plant, sollte ein Jahr vor der Abreise mit den Vorbereitungen beginnen, da viele ausländische Universitäten lange Bewerbungsfristen haben. Auch das Bewilligungsverfahren für das oft erforderliche Einreisevisum kann unter Umständen mehrere Monate auf sich warten lassen. Auskunft hierzu erteilt die Botschaft des Landes.

Wohin ins Ausland?

Die Entscheidung für ein Land hängt zuerst einmal von den Sprachkenntnissen ab. Viele Universitäten verlangen den Nachweis entsprechender Sprachfähigkeiten. In München können Sprachprüfungen in den ausländischen Kulturinstituten und bei Sprachlektoren der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) abgelegt werden. Das Fach- und Fremdsprachenprogramm der LMU bietet Kurse für über 30 verschiedene Sprachen an.

Kosten

Ein Semester im Ausland ist meist teurer als das Studium zu Hause. Die Höhe der Kosten hängt allerdings vom jeweiligen Land ab. Hohe Studiengebühren verlangen etwa die USA (rund 15 000 Dollar pro Studienjahr). Daneben muss man Krankenversicherung und Lebenshaltungskosten einkalkulieren und ein bisschen Taschengeld ist auch ganz nett.

Auswahl der Uni

Bei der Wahl der Universität helfen das Referat für Internationale Angelegenheiten, die Auslandsbeauftragten der Fakultäten oder die Kulturinstitute der jeweiligen Länder. Auch Broschüren der Gastuni können wichtige Entscheidungshilfen geben.

Anerkennung

Wichtig ist es, vor der Abreise mit einem Dozenten seinen Auslandsplan zu besprechen. Mit ihm gilt es, die Anerkennung der Scheine zu regeln, bevor man sie sich schriftlich bestätigen lässt. Um die im Ausland geschriebenen Prüfungen für das weitere Heimatstudium anerkennen zu lassen, muss der Student bei seiner Rückkehr die erworbenen Leistungsnachweise vorlegen. Die zuständigen Stellen dafür weiß der Dekan oder sie stehen in der Prüfungsordnung. Für die Anerkennung von Prüfungen ist der gleichnamige Ausschuss zuständig.

Formalitäten

Um den Studienplatz in Deutschland und den Krankenschutz nicht zu verlieren, ist es ratsam, sich beim Immatrikulationsamt beurlauben zu lassen. Unter Vorlage einer Bestätigung der Gastuni kann man das für maximal zwei Semester tun. Für das Wintersemester ist der Stichtag in München der 30. Oktober. Außerdem sollten Studenten den Fortbestand ihrer Krankenversicherung mit ihrer Kasse besprechen und die Bestimmungen im Gastland erfragen. Falls der deutsche Krankenversicherungsschutz nicht reicht, sollte man sich privat versichern.

Zeugnisse

Die Zeugnisse zur Vorlage bei der Gastuni müssen meist übersetzt und beglaubigt werden. In der Regel reicht dafür eine vom Referat für Internationale Angelegenheiten abgestempelte Übersetzung.

Weitere Informationenfindet man auf der Internetseite der LMU: www.uni-muenchen.de.

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