IWF senkt deutsche Wachstumsprognose für 2006

- Berlin - Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet in diesem Jahr für Deutschland ein etwas stärkeres Wirtschaftswachstum als bisher. Für 2006 haben die IWF-Experten dagegen ihre Konjunkturerwartungen gesenkt. Wie am Mittwoch aus Kreisen des Fonds weiter verlautete, wird Deutschland nach Einschätzung des IWF auch in diesem und im kommenden Jahr gegen den Euro-Stabilitätspakt verstoßen.

Die Reformagenda 2010 der rot-grünen Bundesregierung lobte der IWF als "energischen Start" beim Umbau der Sozialsysteme und des Arbeitsmarktes, der sich nachhaltig und dauerhaft auszahlen werde.Für 2005 erwartet der IWF den Angaben zufolge nun einen Zuwachs beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 1,0 Prozent statt bisher 0,8 Prozent. Damit bewegen sich die IWF-Experten auf dem Niveau der Prognose der Bundesregierung. Für 2006 hat der Fonds dagegen seine Konjunkturerwartungen für die deutsche Wirtschaft deutlich von zuletzt 1,8 auf nunmehr 1,3 Prozent nach unten korrigiert. Die Konjunkturbelebung steht nach Meinung des IWF auf wackeligen Beinen angesichts der nach wie vor schwachen Binnennachfrage. Die Bundesregierung geht für 2006 von einem Plus von 1,6 Prozent aus.Ein Grund für die etwas besseren IWF-Erwartungen für dieses Jahr dürfte der gute Konjunkturverlauf im ersten Quartal sein. Das Plus von einem Prozent in den ersten drei Monaten war in der IWFFrühjahrsprognose für Deutschland noch nicht berücksichtigt worden.Das gesamtstaatliche Defizit Deutschlands wird nach Einschätzung des IWF bei in diesem Jahr bei 3,8 Prozent des BIP liegen und damit deutlich über der zulässigen Obergrenze von 3,0 Prozent. 2006 werde der Anteil der Neuverschuldung von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialkassen nur etwas niedriger ausfallen, sollte es bei der gegenwärtigen Politik bleiben, heißt es.

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