Serie Geldanlage: Sicherheit hat Konjunktur

Der Schlüssel zur optimalen Geldanlage liegt in der Vermögensaufteilung. Dazu stehen dem Anleger je nach Risikobereitschaft und Anlagebetrag mehrere verschiedene Anlageklassen zur Auswahl. Heute stellen wir Versicherungen als Anlageform vor.

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Versicherungen gehören neben dem klassischen Sparbuch zu den beliebtesten Anlageformen der Deutschen. Die Nachfrage nach Kapitalversicherungen hat sich im Laufe der letzten Jahre deutlich gewandelt. Ein wichtiges Argument, warum sich Anleger vor dem Jahr 2005 für Versicherungen entschieden haben, war die steuerfreie Auszahlung nach 12 Jahren. Heute stehen vor allem die verschiedenen Formen der Altersvorsorge wie beispielsweise die „Riester-Rente“ im Fokus. Beliebt sind auch Kapitalversicherungen in Verbindung mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung oder einer Todesfall-Absicherung. Beim Abschluss einer Versicherung steht neben dem Faktor Geldanlage also zumeist ein weiteres Motiv im Vordergrund.

Wer sich für eine Kapitalversicherung entscheidet, unterschreibt zumeist einen Vertrag mit einer langen Laufzeit. Die Gesellschaft legt dann das eingezahlte Geld gewinnbringend an. Am Ende der Laufzeit erhält der Versicherungsnehmer das verzinste Gesamtkapital einschließlich anfallender Überschussanteile entweder als Einmalzahlung oder in Raten zurück. Wie hoch die Rendite der Anlage ist, hängt an der Entwicklung der Kapitalmärkte und lässt sich nur schwer prognostizieren. Der garantierte Mindestzins beträgt derzeit 2,25 Prozent. Bei einer klassischen Lebensversicherung zahlen die Anleger einen Teil ihres Beitrages in einen Risikotopf. Im Todesfall wird die Todesfallsumme dann aus diesem Topf der versicherten Person als Einmalzahlung ausbezahlt.

Arten der Kapitalversicherung

-Bei der Lebensversicherung steht neben der verzinsten Kapitalauszahlung am Ende der Laufzeit zusätzlich die Todesfallabsicherung des Versicherungsnehmers im Vordergrund.

-Wer in eine Rentenversicherung investiert, setzt darauf, dass die Versicherungsgesellschaft das eingezahlte Geld möglichst gewinnbringend anlegt und dann nach Ablauf (zum Beispiel mit 65 Jahren) in Form einer monatlichen Rente bis zum Lebensende auszahlt.

-Die fondsgebundene Versicherung ist eine Mischform aus Rentenversicherung und Fondssparplan. Das Ansparkapital wird hier zum Teil in Aktienfonds angelegt. Dadurch ist bei Laufzeitende eine höhere Rendite möglich. -Die Riester-Rente ist eine staatlich geförderte Ergänzung zur gesetzlichen Altersvorsorge. Wer sich die Zulagen sichern möchte, kann dazu auch in eine entsprechende Kapitalversicherung einbezahlen.

-Bei der betrieblichen Altersvorsorge zahlt der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer in eine Zusatz-Rentenversicherung ein. Im Rentenalter zahlt diese dann eine Zusatzrente.

-Wer für die Ausbildung seiner Kinder oder Enkel Geld ansparen möchte, kann dies auch mit einer Ausbildungsversicherung machen. Zudem werden von den Versicherungen auch andere Kombinationen oder Anlageformen angeboten.

Steuerliche Behandlung

Bei Kapitalversicherungen profitiert der Anleger bei Ablauf vom Halbeinkünfteverfahren. Das bedeutet, dass bei einer Laufzeit von mindestens 12 Jahren und einer Rückzahlung nach dem 60. Lebensjahr der Anleger lediglich die Hälfte der Erträge mit dem persönlichen Steuersatz versteuern muss.

Bei Auszahlung selbst werden von der Versicherung 25 Prozent Kapitalertragssteuer einbehalten, dieser Betrag kann dann in der Steuererklärung auf die zu zahlende Steuer angerechnet werden. Sollte eine vorzeitige Auszahlung erfolgen, unterliegen die Erträge der 25-prozentigen Abgeltungssteuer. Der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent muss jeweils noch berücksichtigt werden.

Auch bei der Fondspolice fällt erst am Ende der Laufzeit die Steuer an. Maßgebliche Grundlage ist der Differenzbetrag zwischen Ablaufleistung und Beitragssumme. Bei einer mindestens 12-jährigen Laufzeit und einer Auszahlung ab dem 60. Lebensjahr greift auch hier das Halbeinkünfteverfahren. Wer einen Riester-Vertrag in Form einer Kapitalversicherung abgeschlossen hat, zahlt keine Abgeltungssteuer. Diese Verträge unterliegen der nachgelagerten Versteuerung. Sie sind also in der Ansparphase steuerfrei und müssen im Rentenalter versteuert werden. Das Gleiche gilt für die betriebliche Altersversorgung. Die Auszahlung an die Hinterbliebenen im Todesfall ist nicht einkommensteuerpflichtig.

Fazit und aktuelle Strategie

Zur klassischen Geldanlage sind Versicherungen aufgrund ihrer langen Laufzeit nur bedingt geeignet. Wer einen Vertrag vorzeitig auflöst, muss – vor allem in den ersten Jahren – mit deutlichen Abschlägen rechnen. Kapitalversicherungen eignen sich in erster Linie für eine zielgerichtete Langfristanlage. Optimal sind Lebensversicherungen beispielsweise, wenn man das Todesfallrisiko absichern möchte. Zur privaten Altersvorsorge sind Rentenversicherungen, Riesterverträge oder auch Fondspolicen sehr gut geeignet. Bevor man sich jedoch für den Abschluss entscheidet, sollte jeder Anleger die wichtigsten Rahmendaten kennen und sich dann, um einen Vergleich zu haben, von mehreren Anbietern ein persönliches Angebot erstellen lassen.

Rubriklistenbild: © dpa

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