Serie Geldanlage: Staatliche Sicherheit im Depot

Der Schlüssel zur optimalen Geldanlage liegt in der Vermögensaufteilung. Dazu stehen dem Anleger je nach Risikobereitschaft und Anlagebetrag mehrere verschiedene Anlageklassen zur Auswahl. Heute stellen wir die Anlageform Bundeswertpapiere vor.

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Wer bei der Geldanlage jedes Risiko scheut, kommt an Wertpapieren des Bundes kaum vorbei. Da der deutsche Staat Herausgeber der Papiere ist, gelten sie als sehr sicher. Kein Wunder also, dass diese Wertpapiere vor allem in unsicheren Zeiten gesucht sind. Deutsche Bundesanleihen erlebten seit Beginn der Finanzkrise einen Boom und die weltweite Nachfrage ließ die Kurse der Papiere nahezu explodieren. Steigende Kurse bedeuten im Umkehrschluss aber auch sinkende Renditen und so sind die Zinsen derzeit auf einem historisch niedrigen Niveau. Man unterscheidet folgende Arten von Bundeswertpapieren:

Bundesschatzbriefe

Die bei Privatanlegern wohl bekanntesten vom Bund emittierten Wertpapiere sind die Schatzbriefe, von denen es zwei Varianten gibt. Der Typ A hat eine Laufzeit von sechs Jahren und zahlt die Zinsen jährlich, der Typ B läuft sieben Jahre und zahlt die gesamten Zinsen am Ende der Laufzeit. Bundesschatzbriefe kann man bereits ab 50 Euro erwerben.

Sie werden zwar nicht an der Börse gehandelt, eine vorzeitige Rückgabe an den Bund ist aber unter folgenden Voraussetzungen möglich: Frühestens nach einem Jahr können pro Gläubiger je 30 Zinstage Schatzbriefe im Gegenwert von 5000 Euro zurückgegeben werden. Die Zinsen steigen während der Laufzeit schrittweise an. Die derzeit gültige Serie beginnt mit einem Zinssatz von 0,50 Prozent. Im letzten Jahr werden dann drei Prozent bezahlt, was einer Gesamtrendite von 1,64 Prozent entspricht (Typ B: 1,85 Prozent). Bei vorzeitiger Rückgabe erhält der Anleger die Zinsen anteilig nach Haltedauer.

Finanzierungsschätze

Finanzierungsschätze werden vom Bund mit einer Laufzeit von einem oder zwei Jahren herausgegeben und sind abgezinste Papiere. Der Anleger zahlt beim Kauf den Nennbetrag abzüglich der Zinsen und bekommt am Ende der Laufzeit den Nennbetrag zurück. Finanzierungsschätze können ab einem Betrag von 500 Euro gekauft werden. Eine vorzeitige Rückgabemöglichkeit gibt es nicht. Die aktuellen Renditen liegen bei 0,65 Prozent (ein Jahr) und 0,69 Prozent (zwei Jahre).

Bundesobligationen

Bei Neuauflage haben Bundesobligationen eine Laufzeit von fünf Jahren und können über die Finanzagentur bereits ab einen Gegenwert von 110 Euro erworben werden. Die Verzinsung erfolgt ein Mal jährlich und richtet sich nach dem derzeit gültigen Marktzins. Die Rendite der im September 2010 aufgelegten Serie liegt bei 1,5 Prozent. Bundesobligationen können jederzeit zum aktuellen Kurs an der Börse verkauft oder auch gekauft werden. Bei ungünstiger Zinsentwicklung, wenn beispielsweise das Zinsniveau steigt, kann dies auch zu Kursverlusten führen.

Bundesanleihen

Auch Bundesanleihen sind festverzinsliche Wertpapiere, die an der Börse gehandelt werden. Sie haben bei Emission eine Laufzeit von zehn bis 30 Jahren und die Zinsen werden jährlich ausgeschüttet. Theoretisch kann man Bundesanleihen bereits ab 0,01 Euro erwerben, eventuell anfallende Bank(mindest) gebühren sollten bei geringen Anlagebeträgen aber beachtet werden. Inzwischen gibt es auch Bundesanleihen, deren Nominalwert und Zins an die deutsche Inflationsrate gekoppelt sind.

Tagesanleihen

Wer eine täglich verfügbare Anlageform sucht, kann sein Geld auch in einer Tagesanleihe „parken“. Die Mindestanlage beträgt 50 Euro und der aktuelle Zinssatz liegt bei 0,57 Prozent pro Jahr. Tagesanleihen können nur bei der deutschen Finanzagentur angelegt werden. Banken oder Sparkassen bieten diese Anlageform des Bundes nicht an.

Steuer-Fragen

Die Erträge der Bundeswertpapiere unterliegen der 25-prozentigen Abgeltungsteuer (plus Solidaritätszuschlag), Freistellungsaufträge können angerechnet werden. Bei Bundesschatzbriefen (Typ A), Bundesobligationen, Bundesanleihen und Tagesanleihen fällt die Steuer bei Auszahlung der jährlichen Zinsen an. Bei Finanzierungsschätzen wird die Steuer am Laufzeitende abgezogen, maßgeblich ist der Unterschiedsbetrag zwischen Kapitaleinsatz beim Kauf und dem Nennbetrag.

Wer einen Bundesschatzbrief (Typ B) im Depot hat, muss erst am Ende der Laufzeit, dann aber über den gesamten Zinsertrag die Steuer bezahlen.

Verwahrung

Bundeswertpapiere können in allen Bankdepots verwahrt werden. Wer sich die üblichen Depotgebühren sparen möchte, kann die Papiere auch in einem Schuldbuchkonto bei der deutschen Finanzagentur verwahren lassen. In diesem Fall muss er sich aber selbst aktiv um die Geldanlage kümmern. Die Depoteröffnung bei der deutschen Finanzagentur erfolgt online im Internet. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.deutsche-finanzagentur. de. Dort kann man auch die aktuellen Konditionen der Bundeswertpapiere in Erfahrung bringen. Wer kein Internet hat, erreicht die Finanzagentur auch per Post und Telefon: Bundesrepublik Deutschland – Finanzagentur GmbH, Lurgiallee 5, 60439 Frankfurt/Main, Telefon: 069/25 616 – 0 Telefax: 069/25 616 14 77

Fazit und Strategie

Bundeswertpapiere decken eine Vielzahl von Anlegerwünschen ab. Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus sind die aktuellen Renditen aber eher dürftig. Zieht man die Inflationsrate und die Abgeltungsteuer ab, bleibt kaum noch ein Ertrag. Da kein Emittentenrisiko besteht, eignen sich alle Bundeswertpapiere allerdings sehr gut zur Basisanlage – auch für Kinder. Experten gehen davon aus, dass die Zinsen in allen Laufzeitbereichen mittelfristig wieder steigen werden. Deshalb sollte man bei der Geldanlage kurze bis mittlere Laufzeiten bevorzugen. Bundesschatzbriefe sowie Bundesobligationen sind hier gute Anlagealternativen.

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