Serie Geldanlage: Ein Stück von Siemens oder BMW

Der Schlüssel zur optimalen Geldanlage liegt in der Vermögensaufteilung. Dazu stehen dem Anleger je nach Risikobereitschaft und Anlagebetrag verschiedene Anlageklassen zur Auswahl. Mit „Aktien“ beteiligt sich der Anleger an einem Unternehmen.

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In den vergangenen Jahrzehnten haben sich Aktien – auch Dividendentitel genannt – zu einer attraktiven Anlageform entwickelt. Auch wenn die Finanzmarktkrise und diverse Negativnachrichten die Aktienmärkte in der Vergangenheit deutlich unter Druck gesetzt haben, so erlebten sie dennoch immer wieder ein Comeback. Seit Mitte 2009 hat der deutsche Leitindex Dax beispielsweise um etwa 70 Prozent zugelegt und damit einen Großteil der Verluste aus der US-Kreditkrise wieder wettgemacht. Aufgrund ihrer im Langfristvergleich attraktiven Renditen sind Aktien ein wichtiger Vermögensbaustein.

Aktionäre und deren Rechte

Wer Aktien kauft, entscheidet sich für ein Investment in eine Firma, dem Aktionär gehört demnach ein Teil des Grundkapitals. Im Kurs selbst spiegelt sich die Zukunftserwartung der AG und so spielt der Erfolg des Unternehmens eine entscheidende Rolle. Mit der jährlichen Dividende erhalten Aktionäre zusätzlich einen Teil des Unternehmensgewinns.

Einmal im Jahr laden die Aktiengesellschaften ihre Anteilseigner zu einer Hauptversammlung ein. Dort berichten Vorstand und Aufsichtsrat über die Geschäftsentwicklung und geben eine Zukunftsprognose. Die Aktionäre haben dort auch das Recht, sich mit einer Wortmeldung direkt an den Vorstand zu wenden. Wichtige Entscheidungen wie die Höhe der Dividendenzahlung oder eine geplante Kapitalerhöhung müssen mittels Abstimmung von den Aktionären genehmigt werden.

Was beeinflusst die Kurse?

Neben den aktuellen Unternehmensnachrichten zum Beispiel zur Gewinnerwartung werden Aktienkurse von vielen verschiedenen Faktoren mit unterschiedlicher Ausprägung bewegt. Dabei spielen Konjunkturnachrichten – etwa zur Entwicklung in der Branche – , das monetäre Umfeld (Zinsen und EZB-PoWas beeinflusst die Kurse? Neben den aktuellen Unternehmensnachrichten zum Beispiel zur Gewinnerwartung werden Aktienkurse von vielen verschiedenen Faktoren mit unterschiedlicher Ausprägung bewegt. Dabei spielen Konjunkturnachrichten – etwa zur Entwicklung in der Branche – , das monetäre Umfeld (Zinsen und EZB-Politik), die aktuelle politische Situation, das Anlageverhalten der Ausländer oder die Entwicklung international führender Finanzmärkte eine wichtige Rolle. Auch psychologische Faktoren, die Charttechnik oder die Währungsentwicklung (bei ausländischen Papieren) sind für das Auf und Ab an den Börsen verantwortlich.

Tipps für die Aktienanlage

Wer Aktien kauft, sollte sich vorab gründlich über Marktentwicklung und aussichtsreiche Unternehmen informieren. Bei der Aktienauswahl spielen die Unternehmenszahlen, Perspektiven, das Management und die aktuelle Nachrichtenlage eine wichtige Rolle. Informationen dazu bietet das Internet oder Geschäftsberichte der Firma.

Eine Aktiendirektanlage ist nur dann empfehlenswert, wenn eine entsprechende Streuung, also Aufteilung in mehrere Branchen und Einzeltitel möglich ist. Das Depot sollte aber dennoch übersichtlich sein. Eine Grundregel für Privatanleger sagt: Mindestens fünf, aber nicht mehr als zehn verschiedene Aktien.

Lassen Sie sich in Ihrer Bank beraten und erarbeiten Sie gemeinsam mit Ihrem Berater eine langfristige Anlagestrategie. Dabei sollten die bisher getätigten Anlagen mit einbezogen werden. Hilfreich sind aber auch diese Empfehlungen:

- Gewinne laufen lassen und Verluste mit Stopp-Marken begrenzen.

- Die Mindestgröße pro Order sollte bei 1000 bis 2500 Euro liegen.

- Gebühren beim Kauf und Verkauf berücksichtigen.

- Vorsicht vor „heißen Tipps“.

Alternativen zu Einzelaktien

Aufgrund des erhöhten Einzelwertrisikos und der manchmal starken Kursschwankungen sind Aktien als Direktanlage nur dann empfehlenswert, wenn man sich auch die Zeit hat, die Entwicklung aktiv zu beobachten. Alternativen bieten Aktienfonds, bei denen sich ein Fondsmanager um die Titelauswahl und die entsprechende Risikostreuung kümmert. Die Auswahl ist groß: Neben nationalen Aktienfonds gibt es auch eine Reihe internationaler Fonds, Branchen- oder Themenfonds. Nahezu alle Fondsgesellschaften bieten auch Fondssparpläne an, mit denen sich der Anleger schrittweise an den Aktienmarkt herantasten kann.

Fazit und aktuelle Strategie

Aktien sind Sachwerte und gelten somit auch als Inflationsschutz. Durchschnittliche Jahreserträge von etwa acht Prozent unterstreichen das. Dividendentitel sollten also bei entsprechender Risikobereitschaft in keinem gut strukturierten Depot fehlen. Experten gehen davon aus, dass sich die Aktienmärkte in der nächsten Zeit weiterhin positiv entwickeln werden. Gründe dafür sind die aussichtsreiche Konjunkturentwicklung, gute Unternehmensergebnisse und die immer noch hohe Liquidität. Die Chancen für eine Jahresendrallye stehen also nicht schlecht. Dennoch sollten alle Werte mit Stop-Loss- Limits gegen starke Kursrückgänge abgesichert werden.

Rubriklistenbild: © dpa

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