Serie zum Jahreswechsel: Endspurt fürs Sparen läuft

München - Es sind nur noch wenige Wochen bis Jahresultimo. Zeit also, Geldangelegenheiten anzugehen, die noch 2011 erledigt werden sollten. Wer jetzt handelt, kann hunderte von Euro sparen. In unserer kleinen Serie zeigen wir, wie das geht.

Haushaltsnahe Dienstleistungen

„Haushaltsnah“ sind Dienstleistungen von Malermeistern, Fensterputzern oder Gärtnern im oder am eigenen Haus oder der eigenen Wohnung. Wer solche Dienste noch bis Ende 2010 in Anspruch nimmt und bezahlt, dem werden sie – wie Handwerkerleistungen, aber bis zu 4000 Euro – unmittelbar von der Steuerschuld abgezogen. Bedingung auch hier: unbare Zahlung – ferner Ausgaben von bis zu 20 000 Euro. Und der Auftragnehmer muss damit rechnen, dass in seiner Finanzamtsakte eine Kontrollmitteilung über den Verdienst landet.

Haushaltshilfe/Minijob

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Im Unterschied zu den haushaltsnahen Dienstleistungen handelt es sich hier um Privatpersonen, die für Ordnung und Sauberkeit in Wohnungen und Häusern sorgen. Oft arbeiten sie auf 400-Euro-Basis. Soll dieser Status nicht verloren gehen, aber trotzdem Weihnachtsgeld gezahlt werden, so empfiehlt es sich, den Monatsverdienst so auszurichten, dass er inklusive der Sonderzuwendung im ganzen Jahr 4800 Euro nicht übersteigt. – Aus Sicht der Arbeitgeber: Für Minijobber im Haushalt ist der Steuervorteil bereits bei 510 Euro jährlich ausgeschöpft, wenn die bei der Minijobzentrale gemeldete Haushaltshilfe insgesamt 2230 Euro verdient hat.

Heirat

Paare, die den Bund fürs Leben schließen wollen, und dies noch bis zum Jahresende 2011 tun, werden für das komplette Jahr 2011 nach dem – für sie meist günstigeren – Splittingtarif besteuert. Allerdings: Zwar erlaubt das Gesetz, dass nur kirchlich, nicht mehr vor dem Standesbeamten geheiratet wird. Steuerlich ist das jedoch unerheblich. Und: Eingetragene Lebenspartner dürfen zwar heiraten, werden steuerlich aber wie Singles behandelt.

Kosten für Kinderbetreuung

Berufstätige Eltern können Aufwendungen für die Betreuung für ihre noch nicht 14 Jahre alten Kinder in Höhe von zwei Dritteln als Werbungskosten vom steuerpflichtigen Einkommen abziehen – maximal in Höhe von 4000 Euro im Jahr. Das Finanzamt erkennt – im Rahmen des Höchstbetrages – alle im Jahr 2011 geleisteten Zahlungen unter anderem für den Kinderhort, den Kindergarten, eine Kindertagesstätte, aber auch für eine Tagesmutter an. Dieses Recht wird 2012 insofern verbessert, als dann eine Erwerbstätigkeit der Eltern nicht mehr nachgewiesen werden muss.

Kindergeld

Für ihre volljährigen Kinder steht den Eltern Kindergeld unter anderem dann zu, wenn sie sich in der Berufsausbildung befinden. Das kann ein normales Ausbildungsverhältnis, aber auch ein Studium sein. Bedingung: Das Einkommen des Kindes darf 8004 Euro im Jahr nicht übersteigen (zuvor gemindert um besondere Ausbildungskosten, steuerliche Werbungskosten, Sozialversicherungsbeiträge, gegebenenfalls Beiträge zu einer privaten Krankenversicherung). Auch nur ein Euro mehr als 8004 Euro beendet den Kindergeldanspruch rückwirkend zum 1. Januar 2011. Die Familienkasse fordert das gezahlte Kindergeld zurück. Für Kinder, deren Einkünfte bedrohlich in die Nähe des unschädlichen Einkommensbetrages kommen, kann es sich lohnen, zusätzliche ausbildungsbedingte Aufwendungen zu tätigen, etwa für Fachbücher oder einen PC für den Nebenjob. Und nicht zu vergessen: Auch die Fahrten zur Berufsschule mindern das maßgebende Einkommen (im Regelfall 30 Cent pro gefahrenen Kilometer). Wichtig: Die Finanzämter akzeptieren einen Gehaltsverzicht (oder einen Verzicht aufs Weihnachtsgeld), um dadurch die 8004-Euro-Schwelle zu unterwandern, generell nicht. Auch hier gilt ab 2012 neues Recht: Die Höhe des Einkommens der Kinder ist dann nicht mehr von Bedeutung.

Rentenbeiträge

Beiträge freiwillig Rentenversicherter für das laufende Jahr müssen nicht unbedingt bis zum 31. Dezember 2011 auf dem Konto der gesetzlichen Rentenversicherer eingegangen sein. Es genügt, wenn dies bis zum 31. März 2012 für das Vorjahr geschieht. Allerdings: Tritt zwischenzeitlich der Versicherungsfall ein (etwa eine Erwerbsminderung), so wird die Rente nur aus den bis dahin entrichteten Beiträgen berechnet. Deshalb: Eine frühzeitige Beitragszahlung empfiehlt sich. Der für 2011 maßgebende Mindestbeitrag macht 79,60 Euro monatlich aus, der höchste 1094,50 Euro.

Resturlaub

Wer seinen Jahresurlaub 2011 noch nicht (voll) genommen hat, der sollte sich sputen: Urlaubsjahr ist das Kalenderjahr. Mit dem Arbeitgeber kann zwar eine Übertragung in das Jahr 2012 vereinbart werden. Doch muss er darauf nur unter Bedingungen eingehen, etwa weil sein Arbeitnehmer wegen einer Krankheit seinen Erholungsurlaub nicht nehmen konnte oder weil der Chef wegen unverhoffter Aufträge eine Urlaubssperre verhängt hatte. Im Grundsatz müsste also der Urlaub bis spätestens Ende Dezember 2011 genommen, nicht nur angetreten sein. Im öffentlichen Dienst sowie in manchen Tarifverträgen gelten längere Fristen.

Tipp für Arbeitnehmer, die ihre Beschäftigung erst im Laufe des Jahres 2011 aufgenommen haben: Sie können verlangen, dass ihr Teilurlaubsanspruch auf das Jahr 2012 übertragen wird. Das Verfalldatum (oft der 31. März) gilt bei ihnen nicht.

Riester-Rente

Rentenpflichtversicherte oder Ehepartner einer/eines solchen Versicherten können über eine private Rentenversicherung, einen Fonds- oder Banksparplan beziehungsweise eine betriebliche Altersvorsorge sowie einen Bausparvertrag riestern. Entsprechendes gilt für Beamte. Sobald für das Jahr 2011 vier Prozent der Vorjahresbruttobezüge auf einen solchen Vertrag eingezahlt wurden, steht ihnen die maximale staatliche Zulage von 154 Euro plus für jedes Kind 185 Euro zu (für seit 2008 geborene Kinder je 300 Euro). Wichtig: Eigener Beitrag und Zulagen zählen zusammen, um den 4-prozentigen Maximalbeitrag zu ermitteln. Unter 25-Jährige bekommen einen 200-Euro-Startbonus. Die Höchsteinzahlung beträgt 2100 Euro im Jahr und kann steuerlich mehr einbringen als die Zulagen. Das Finanzamt prüft im Jahresausgleich, ob die Berücksichtigung der Beiträge als Sonderausgabe eine höhere Vergünstigung bringt als die Staatszulagen. Auch wichtig: Ist für das Jahr 2010 die Zulage noch nicht beantragt, so ist dafür noch bis Silvester 2011 Zeit. Zugleich sollte ein Dauerzulagenantrag gestellt werden. Bank oder Versicherung erledigen die Anträge dann künftig automatisch.

Wolfgang Büser

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