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Kostet den Bankkunden eine Stange Geld: Der Dispokredit lässt sich leicht umgehen.

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Raus aus der Schuldenfalle: Die Alternativen zum Dispokredit

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München - Der Dispokredit erfreut sich großer Beliebtheit. Dabei ist er mit hohen Zinsen und damit vielen Extra-Kosten verbunden. Doch es gibt sinnvolle Alternativen.

Hand auf’s Herz, wer nutzt nicht hin und wieder mal seinen Dispokredit? Den meisten Bankkunden ist der unkomplizierte Kredit lieb - und teuer! Und bevor man sich darum kümmern kann, etwas Geld für später beiseite zulegen, müssen die Finanzen im Hier und Jetzt erst mal in Ordnung sein. Besonders wichtig ist es dabei, zunächst die eigenen Schulden in den Griff zu kriegen und nach und nach aus der Welt zu schaffen. Wer also auf Dauer im Dispo dümpelt, sollte einen Weg aus dieser Schuldenfalle suchen. Die tz stellt mögliche Alternativen vor und sagt, wozu der Dispo trotz aller berechtigten Kritik doch gut sein kann:

Der Dispokredit: Er ist unkompliziert - und sündteuer! Beim Dispokredit handelt es sich um einen Kreditrahmen, der auf dem Girokonto eingeräumt wird. Je nach der Höhe des regelmäßigen Geldeingangs, räumen Banken ihren Kunden einen Disporahmen ein - meist sind zwei bis drei Nettogehälter drin. Der Pferdefuß: Wer sein Girokonto überziehen muss, zahlt horrende Zinsen. Im Schnitt verlangen Banken 10,3 Prozent für einen Dispokredit - zu viel, wenn Ihr Konto regelmäßig ins Minus rutscht. Wer mal eine größere Anschaffung vorhat und nur kurzfristig ein paar Tage bis zum Monatsanfang überbrücken muss, kann trotzdem den Dispokredit nutzen - für solche Fälle ist er schließlich gedacht. Wer allerdings dauerhaft im Minus festhängt, sollte sich dringend nach Alternativen umsehen.

Abruf- oder Rahmenkredit: Mehr Spielraum haben Verbraucher mit einem Rahmenkredit. Meist ist er bei Direktbanken zu finden, er funktioniert eigentlich wie ein Dispokredit. Der entscheidende Unterschied: Das Geld wird von einem Kreditkonto auf das Girokonto gutgeschrieben, darüber können die Bankkunden dann verfügen. Der Vorteil gegenüber dem Dispo: Die Zinsen sind deutlich niedriger - etwa sechs Prozent müssen Verbraucher im Durchschnitt zahlen. Das Problem: Wie beim Dispo gibt es keinen vorgegebenen Tilgungsplan. Meist muss man monatlich nur einen kleinen Mindestbetrag zurückzahlen. Die Gefahr: Der Schuldner droht in eine unendliche Laufzeit zu rutschen! Trotzdem kann der Rahmenkredit der erste Schritt weg vom Dauerminus beim Dispo sein.

Ratenkredit: Wie jeder Kredit ist auch der Ratenkredit keine Dauerlösung - aber er ist ein erster Schritt, um dem Dauerdispo Herr zu werden. Das Prinzip: Über eine bestimmte Laufzeit hinweg zahlt der Schuldner einen festen Zins und eine gleichbleibende Rate. Deshalb eignet sich der Ratenkredit, wenn man eine bestimmte Summe braucht, die man monatlich in festen Raten zurückzahlen kann. Üblicherweise liegt die Laufzeit bei ein bis sieben Jahren - je kürzer die Laufzeit, desto niedriger sind meist die Zinsen. Der durchschnittliche Zins liegt bei knapp fünf Prozent - gute Bonität allerdings vorausgesetzt. Sonst verlangen einige Banken einen Risikoaufschlag. Wenn es dennoch gelingt, ein chronisches Dispo-Minus in einen Ratenkredit umzuschulden, kann der Schuldner Zinskosten sparen. Die monatliche Rate diszipliniert zusätzlich.

Entschulden: Dauerhaft im Minus zu sein führt immer in die Sackgasse - egal zu welchem Zinssatz. Deshalb ist es wichtig, Ordnung in die eigenen Finanzen zu bringen und die Schulden systematisch loszuwerden. Hilfe bieten dabei unter anderem die Schuldnerberatungen.

Marc Kniepkamp

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Sascha Straub: Er ist der Versicherungsexperte der Verbraucherzentrale Bayern. Sascha Straub wirft für unsere Leser einen Blick auf deren Versicherungen.

Rainer Gerhard: Beim dem Münchener ­Vergleichsportal Check24 ist Rainer Gerhard als ­Geschäftsführer für den Bereich der Finanzen ­zuständig.

Oliver Bohr: Beim Münchener Vergleichsriesen Check24 ist Oliver Bohr Geschäftsführer des Bereiches Energie. Gerade hier könnten viele Haushalte sparen.

Jörg Heinrich: Der Technik-Experte der tz gibt den Lesern Woche für Woche gute Tipps auf seiner Multimedia-Seite. Jörg Heinrich weiß, wie man den besten Tarif findet.

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