Ist Sharp scharf auf Loewe?

- München - Es war einmal: Die deutsche Unterhaltungs-Elektronik hatte Weltgeltung. Selbst nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg hatte sie dank unternehmerischer Pionierleistungen nach wenigen Jahren wieder den technischen Spitzenplatz in der Welt inne. Niemand baute Mitte der 50er-Jahre bessere Radiogeräte als Saba oder Körting und keiner schönere als (je nach Geschmack) Braun mit futuristisch angehauchten Geräten und Loewe, wo man Musikanlagen selbst mit einem spinettartigen Design versah.

<P>Alles vorbei, die Namen werden noch als Aushängeschilder in internationalen Konzernen geführt. Die Produktion findet in Billiglohn-Ländern statt.<BR>Nach der Pleite bei Grundig hatte sich nur noch der kleine fränkische Hersteller Loewe gegen das Aus gesperrt. Erfolgreich fuhr man dort gewissermaßen eine Premium-Strategie: Die etwas feineren und auch teureren Anlagen der Unterhaltungs-Elektronik stammten aus Kronach. Das ging gut. Auch an der Börse wurde Loewe als Erfolgsmodell gefeiert - bis 2003 erkennbar wurde, dass Loewe den Trend zu Flachbildschirmen verschlafen hatte - was mit tiefroten Zahlen in der Bilanz bestraft wurde. Seither dümpelt die Aktie im Kurskeller. Nun hat sie an zwei Tagen hintereinander zweistellig zugelegt. Grund sind Gerüchte, die den späten Handel am Montag noch beeinflussten. Sharp aus Japan habe Interesse.<BR><BR>Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hatte berichtet, Sharp wolle 10 Prozent der Aktien des fränkischen Unterhaltungselektronikherstellers übernehmen. Loewe-Sprecher Roland Raithel sagte dazu lediglich, man verhandle weiterhin mit mehreren potenziellen Investoren. "Die Gespräche machen Fortschritte." Nähere Informationen erhoffen sich die Aktionäre von der heutigen Hauptversammlung. Nach FAZ-Informationen will Sharp den Anteil der britischen Beteiligungsgesellschaft 3i kaufen, die Ende 1997 bei Loewe eingestiegen war. Außerdem solle Loewe von den Japanern ein Darlehen in der Größenordnung von 10 bis 20 Millionen Euro erhalten, um den auch für dieses Jahr erwarteten Verlust auszugleichen. Die Unternehmensprüfung habe Sharp abgeschlossen, eine Einigung sei noch nicht erzielt worden.</P>

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