Shell: 1000 neue Tankwarte

- München/Hamburg - Der Mineralölkonzern Shell schafft an seinen deutschen Tankstellen 1000 neue Arbeitsplätze und führt dazu den Tankwart wieder ein. An 720 der insgesamt 2243 Shell-Tankstellen sollen noch in diesem Jahr wieder Profis in roten Uniformen auf Wunsch das Betanken der Autos übernehmen, wie Shell-Tankstellenchef Leslie Van de Walle ankündigte.

Der neue Service ist Teil des Plans von Shell, den deutschen Marktführer Aral zu überrunden. Die Nutzung des Tankwarts sei für die Kunden freiwillig, wie der Manager erklärte. Es werde eine eigene Spur für die Bedienung geben. Der Service-Helfer soll auch die Scheiben waschen, den Reifendruck prüfen und den Ölstand kontrollieren.

Falls der Kunde mit dem Service zufrieden war, wird die Zahlung von einem Euro für die Hilfe erwartet. Der Sprit bleibt genauso teuer wie für Selbsttanker. Ein Test an mehr als 20 Stationen - darunter auch München - habe Shell zu dem Schritt ermutigt, sagte Van de Walle. Shell spricht mit dem neuen Service nach eigenen Angaben vor allem Frauen und ältere Autofahrer an. Der Konzern erhofft sich treuere Kunden und auch zusätzlichen Umsatz, etwa durch den Verkauf von Motoröl, das der Tankwart dann auch wechseln soll. Die neuen Tankwarte sollen laut Shell nach Tarif bezahlt werden.

Van de Walle kündigte an, dass Shell den deutschen Marktführer Aral überholen wolle. Nach Shell-Angaben hält Aral 22,5 Prozent Marktanteil, es folgt Shell mit 21,5 Prozent vor Jet mit 10 Prozent, der Freien-Gruppe bft mit 9,5 Prozent und Esso mit 9 Prozent. "Es ist unser Ziel, die Nummer eins in Deutschland zu werden", sagte Van de Walle.

Erstmals seit Jahren will Shell dazu auch bis zu 30 komplett neue Tankstellen bauen und so gegen den schrumpfenden deutschen Treibstoffmarkt wachsen. Außerdem verspricht sich Shell viel von den hochwertigen Kraftstoffen V-Power und V-Power Diesel, die viele Kunden trotz höherer Preise anziehen würden. Shell hatte 2003 den Konkurrenten DEA übernommen und die Stationen mit dem eigenen Namen versehen.

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