Shell will in Deutschland Nummer eins werden

- Hamburg - Der Shell-Konzern hält an seinem Ziel fest, in Deutschland die Nummer eins unter den Tankstellen-Firmen zu werden und den bisherigen Marktführer Aral/BP zu überholen. Der Abstand sei bereits bis auf einen Prozentpunkt verringert worden, sagte der Chef des weltweiten Shell-Tankstellengeschäfts, Leslie Van de Walle, am Dienstagabend in Hamburg.

Shell halte in Deutschland 21,5 Prozent Marktanteil, Aral 22,5 Prozent. "Wir sind der einzige große Tankstellenbetreiber in Deutschland, der im vergangenen Jahr in dem schrumpfenden Markt sein Netz noch ausgebaut hat", erklärte Van de Walle. Auch im laufenden Jahr werde Shell neue Stationen bauen. Um die Marktführerschaft zu erringen, will Shell für rund ein Drittel der 2243 Stationen in Deutschland einen Tankwart-Service einführen.

"Die positive Resonanz während der Testphase hat uns zu diesem Schritt ermutigt", sagte der Tankstellen-Chef. An 720 Stationen werde es eine eigene markierte Service-Spur geben, die von den Kunden freiwillig mit einem Euro honoriert werden soll. "Damit wollen wir vor allem Geschäftsreisende sowie weibliche und ältere Autofahrer ansprechen", sagte der Vorsitzende der Shell Deutschland, Josef Waltl. "Diese Kundengruppen schätzen es besonders, bedient zu werden." Shell schaffe damit auch rund 1000 Arbeitsplätze im Niedriglohn-Bereich.

Die größeren Konkurrenten von Shell haben bereits mehrere Versuche mit der Einführung von Tankwarten unternommen und wieder eingestellt, weil sich der zusätzliche Service als unwirtschaftlich erwies. Zudem bauen Aral/BP, ExxonMobil und Total Jahr für Jahr Tankstellen ab, weil sich in dem schrumpfenden deutschen Markt manche Stationen nicht mehr rechnen. Als Ausgleich für den sinkenden Benzinabsatz dient das Shopgeschäft und die Autowäsche, die an vielen Tankstellen mehr einbringen als der Spritverkauf.

Van de Walle hob hervor, dass Shell trotz der Expansion und des harten Wettbewerbs auf dem deutschen Markt auch mit den Tankstellen ein zufrieden stellendes wirtschaftliches Ergebnis erreicht habe. "Deutschland hatte 2005 die niedrigsten Bruttomargen in Europa; dennoch ist es uns gelungen, profitabel zu wachsen", sagte er. Shell setze weiterhin auf neue und innovative Kraftstoffe und das Bonusprogramm Clubsmart, um neue Kunden zu gewinnen. Der HochpreisKraftstoff V-Power haben einen Anteil von vier bis fünf Prozent am gesamten Benzinabsatz erreicht, der Premium-Diesel V-Power Diesel sogar 13 Prozent. In Europa ist Shell mit 11 000 Stationen der größte Tankstellen-Betreiber.

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