Was sich für Bahnfahrer alles ändert

München - Wer sein Fernzug-Ticket künftig am Schalter oder Telefon kauft, muss ab 14. Dezember einen Aufpreis zahlen. Auch sonst hebt die Bahn ihre Preise kurz vor Weihnachten kräftig an. Unsere Zeitung fasst zusammen, was sich zum Fahrplanwechsel alles ändert:

"Bedienzuschläge"

Reisende, die ihr Ticket am Schalter erwerben oder telefonisch buchen, müssen künftig noch öfter einen Zuschlag berappen als bisher. Im Fernverkehr (ICE, IC, EC), für Fahrten ins Ausland sowie alle Sparpreisangebote wird ein Aufschlag in Höhe von 2,50 Euro eingeführt. Für die "Europa-Spezial"-Angebote (ab 39 Euro für Fahrten in Europa) werden fünf Euro fällig. Umweltverbände und Politiker kritisierten diesen Schritt als "verbraucherfeindlich" und sprachen von "Abzocke".

Kein Bedienaufschlag wird weiterhin beim Erwerb von Fahrscheinen für Regionalzüge (Regionalbahn, Regionalexpress), beim Kauf einer Bahncard sowie von Abo-, Gruppen- und Zeitkarten verlangt. Auch Beratungsgespräche bleiben kostenlos. Dafür werden einige andere, bereits bestehende "Bedienaufschläge" erhöht. So kostet beispielsweise das Schöne-Wochenend-Ticket oder das Bayern-Ticket ab Mitte Dezember an Schalter und Telefon 2,50 statt 2,00 Euro extra. Unverändert bleibt der Schalter-Zuschlag von zwei Euro für die Reservierung von Sitzplätzen.

Die Bahn begründet die teils happigen Zuschläge mit den gestiegenen Personalkosten und verspricht im Gegenzug den Erhalt aller bundesweit 400 Reisezentren. Das Unternehmen betont, dass Behinderte keinen Aufpreis zahlen müssen. Alle anderen Fahrgäste könnten im Internet oder am Automaten zuschlaglos an Fahrscheine und Sitzplatz-Reservierungen kommen. Gerade für ältere Fahrgäste ist das erfahrungsgemäß aber nur selten eine Option.

Fahrkarten

Die Preise für Einzelfahrscheine und Zeitkarten steigen in der 2. Klasse um durchschnittlich fast vier Prozent. Auf einzelnen Strecken sind laut der Bahn Aufschläge von bis zu fünf Prozent möglich. Die Fahrt von München nach Frankfurt verteuert sich beispielsweise um vier auf 89 Euro. Inklusive dem Schalter-Zuschlag von 2,50 Euro zahlen Bahnfahrer 91,50 Euro und damit 7,6 Prozent mehr als bisher.

Noch schlimmer erwischt es die Premiumkunden der Bahn: In der 1. Klasse wird ein Fahrschein künftig das 1,62-fache eines Tickets in der 2. Klasse kosten. Bislang lag dieser Faktor bei 1,6.

Bahncard

Auch die Bahncard wird - wie schon im vergangenen Jahr - wieder teurer. Um durchschnittlich 3,6 Prozent müssen Vielfahrer mehr für die Rabattkarte ausgeben. So kostet die Bahncard mit 25-prozentiger Ermäßigung für die 2. Klasse nach dem Fahrplanwechsel 57 statt bisher 55 Euro. Die 50er-Bahncard verteuert sich von 220 auf 225Euro beziehungsweise von 440 auf 450 Euro in der ersten Klasse. Stammkunden, die noch vor dem 14. Dezember zugreifen, können sich noch den alten Preis sichern.

Ländertickets

Im Regionalverkehr verteuert sich das Bayern-Ticket um einen auf 28 Euro. Mit diesem Fahrschein können Einzelreisende oder Gruppen von bis zu fünf Personen einen Tag lang Regionalbahn im Freistaat fahren. Das Schöne-Wochenend-Ticket gilt ebenfalls für bis zu fünf Reisende, allerdings bundesweit und nur an Samstagen oder Sonntagen - es verteuert sich um zwei Euro auf 37 Euro am Automaten und 39,50 (mit Zuschlag) im Reisezentrum.

"Dauer-Spezial"

Etwas erfreuliches gibt es auch: Das Angebot "Dauer-Spezial" mit monatlich einer Million Tickets ab 29 Euro für Fernstrecken wird bis Ende 2009 verlängert. Neu hinzu kommen Erste-Klasse-Tickets ab 49 Euro. Das Angebot "Europa-Spezial" wird auf Osteuropa ausgeweitet.

Neues Infotelefon

Zum Fahrplanwechsel führt die Bahn ein neues Telefonportal unter 01805 / 99 66 33 ein. Anrufer können unter dieser Nummer Zugverbindungen erfragen oder Fahrkarten ordern.

Alten Preis sichern

Clevere Bahnfahrer können den Preisaufschlägen zumindest vorübergehend auskommen. Wer weiß, dass er nach dem Stichtag - beispielsweise über die Weihnachtsfeiertage - Bahn fahren muss, kann das Ticket bis zu drei Monate im Voraus erstehen und zahlt dann nur den alten Preis. Das kann bei längeren Strecken durchaus ein paar Euro bringen, gerade wenn mehrere Personen verreisen. Auch die Bahncards sind bis zum Stichtag zum alten Preis zu haben.

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