Wo sich Geld zwischenparken lässt

- Nervosität und Verunsicherung bei deutschen Anlegern: Die Hypothekenkrise in den USA hat so manches Depot mächtig durchgeschüttelt. Die Sorge geht um, dass es im Sog der geplatzten Bau-Kredite in Amerika zu weiteren Verwerfungen an den Finanzmärkten kommen könnte. Anlageexperten empfehlen deswegen, überschüssiges Geld derzeit nicht in Aktien zu stecken, sondern zwischenzuparken. Aber welche Ausweichstrategien gibt es?

Tagesgeldkonto

Zum kurz- und mittelfristigen Parken von Geld gut geeignet, wie der Bundesverband deutscher Banken (BdB) erklärt. Die Einlage ist wie auf einem Girokonto täglich verfügbar, der Zinsertrag aber deutlich rentabler. Vor allem jetzt, da die Guthabenzinsen nach oben gezogen sind. Das Geld ist geschützt. Gehört die Bank dem Einlagensicherungsfonds des Bankenverbands an, sind praktisch alle Guthaben voll gesichert.

Geldmarktfonds

Diese Fonds investieren in festverzinsliche Wertpapiere mit geringer Restlaufzeit. Das Geld ist jederzeit verfügbar. Die Rendite ist höher als beim Sparbuch, aber momentan weniger attraktiv als bei Tagesgeld. Das Verlustrisiko gilt als gering. Allerdings sind auch einige Fonds in Asset Backed Securities investiert. Das sind die Wertpapiere, deren Kurse im Zuge der Immobilienkrise auf Talfahrt gingen. Gebühren und Provisionen mancher Banken drücken die Rendite. "Es gibt bessere Alternativen", sagt Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW).

Staatspapiere

Deutsche Staatspapiere wie Bundesschatzbriefe oder Bundesanleihen zählen zu den top-sicheren Geldanlagen. Die festverzinslichen Wertpapiere werden vom Bund herausgegeben, Zahlungsausfälle gelten als ausgeschlossen. "Risiko gleich null", sagt Kurz. Der Anleger spart zudem Depotkosten. Kauf, Verkauf und Aufbewahrung bei der Bundesschuldenverwaltung kosten nichts. Die Einlage ist allerdings nicht schnell verfügbar. Außerdem: Wenig Risiko heißt auch wenig Rendite bei Staatspapieren.

Pfandbriefe

Ertragreicher bei ebenfalls geringem Risiko sind Pfandbriefe. Das sind festverzinsliche Wertpapiere, die besonders gut abgesichert sind. Schuldner sind Hypotheken- oder Landesbanken. Geschützt werden Pfandbriefe durch erstrangige Hypotheken oder die öffentliche Hand. Sie können eine Laufzeit bis zu zehn Jahre haben mit jährlicher Zinsgutschrift. Wer an sein Geld will, kann die Papiere vor Fälligkeit an der Börse zum aktuellen Kurs verkaufen. Bei vorzeitigem Verkauf können manchmal Kursverluste entstehen, vor allem bei steigendem Zinsniveau. Das kann man vermeiden, indem man Pfandbriefe bis zum Ende der Laufzeit hält, erläutert der BdB.

Gold

Gold gilt als Krisenwährung. Der Goldpreis legt in turbulenten Börsenzeiten üblicherweise zu. Bislang konnte das Edelmetall allerdings nicht von der Hypothekenkrise profitieren, hat die "Financial Times Deutschland" beobachtet. Gold zum Anfassen wie Münzen oder Barren sollten eher als Sammlerstück betrachtet werden, empfiehlt der Bankenverband. Wegen der starken Preisschwankungen raten Experten dazu, in Gold höchstens als Beimischung zum Depot zu investieren.

Immobilienfonds

Wenig ratsam zum Zwischenparken, eher geeignet für Langfristanlagen ab fünf Jahren aufwärts, sind laut Jürgen Kurz Immobilienfonds. "Betongold", wie das Investment auch genannt wird, gilt als weitgehend sicher, solange der offene Immobilienfonds in Top-Lagen investiert und das möglichst weltweit, damit das Risiko gestreut ist. Teilweise hohe Gebühren drücken auf die Rendite.

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