Da hat sich Telegate selbst geholfen

- München - Verona Feldbusch hat gut Lachen. Gemeinsam mit Sohn San Diego macht sie wieder Werbung für die 11 88 0 und quietscht vergnügt "Da werden sie geholfen" in die Kamera. Auch Telegate kann sich wieder freuen: Nach schwierigen Jahren für die Telefonauskunft hat man 2003 "den klassischen Fall von einem Turnaround geschafft", wie Vorstandsvorsitzender Andreas Albath bei der Bilanzpressekonferenz in München sagte.

<P>Dabei sah es lange Zeit nicht gut für Telegate aus. 2002 machte man 37,3 Millionen Euro Verluste, die Telefonauskunft stand symptomatisch für den Einbruch des neuen Marktes. 1996 war das Unternehmen von Peter Wünsch und Klaus Harisch gegründet worden, 1999 folgte der Gang an die Börse. Durch die Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes hatte man sich hohe Gewinne erhofft.</P><P>"Die Zeit der übertriebenen Euphorie auf dem Neuen Markt sind vorbei", sagte Albath, der seit Januar 2003 ander Spitze von Telegate steht. Die Bilanz 2003 lässt ihn hoffen: Der Nettogewinn lag bei 7,5 Millionen Euro, der Umsatz stieg von 115,6 Millionen im Jahr 2002 auf 138,7 Millionen Euro. Mit 31 Prozent Marktanteil liege man hinter der Telekom auf Platz Zwei in Sachen Telefonauskunft. Die Verbindlichkeiten betragen derzeit 4,7 Millionen Euro nach 27,8 Millionen Euro 2002. Dem stehen laut Finanzvorstand Ralf Grüßhaber 9,3 Millionen liquide Mittel gegenüber. Die Kurzarbeit in den Call-Centern soll zum 31. März auslaufen.</P><P>Der Anteil des Auslandsumsatzes erhöhte sich von 12 auf 17 Prozent, nach dem Rückzug aus dem USA-Geschäft ist Telegate derzeit in Großbritannien, Italien und Spanien aktiv. Bis 2006 soll 40 Prozent des Umsatzes im europäischen Ausland erwirtschaftet werden, unter anderem biete die EU-Osterweiterung gute Chancen. Zwischen 2004 und 2006 sollen Umsatz und Gewinn zweistellig steigen. Dazu wird die Restrukturierung vorangetrieben, die Zahl der Call-Center in Deutschland soll bis Jahresende von derzeit acht auf sechs sinken. Eine Verlegung in Niedriglohnländer sei "weder lang noch mittelfristig geplant", sagte Albath. Mehr Umsatz trotz rückläufiger Anruferzahlen soll eine Erweiterung der Angebote bei der Telefonauskunft sowie weitere Segmente wie Call-by-Call oder Datenvermarktung garantieren. "Wir wollen die Marke 11 88 0 stärken", sagt Albath, nicht zuletzt durch den neuen Werbespot mit Sympathieträgerin Feldbusch und Sohn. "Da werden sie geholfen" wird wohl auch bald der kleine San Diego nachplappern.</P>

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