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Wie sicher ist der neue Personalausweis?

München - Mit dem neuen Personalausweis soll das Einkaufen im Internet sicherer werden. Computerexperten bezweifeln dies und verweisen auf massive Sicherheitslücken. Was der neue Ausweis alles kann - die wichtigsten Fragen und Antworten.

es neuen Personalausweises Anfang November hat das ARD-Magazin „Plusminus“ gravierende Sicherheitsmängel aufgedeckt. Gemeinsam mit dem Chaos Computer Club nahm die Redaktion Testversionen der Basis-Lesegeräte für den Ausweis unter die Lupe. Für Betrüger sei es problemlos möglich, sensible Daten abzufangen - inklusive der geheimen, sechsstelligen Pin-Nummer, berichtet das ARD-Magazin. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wies die Vorwürfe zurück. Auch das Bundesinnenministerium sieht keine Sicherheitslücke.

Wie sieht der neue Personalausweis aus?

Der neue Ausweis ist so groß wie eine Kreditkarte. Er besteht aus mehreren Kunststoffschichten. Die neue Karte beinhaltet einen Chip, auf dem die persönlichen Daten und das Foto digital gespeichert sind. Zusammen mit einer Pin-Nummer soll damit auch eine Identifizierung im Internet - etwa beim Online-Shopping oder Online-Banking - möglich werden.

Welche Sicherheitsmerkmale gibt es?

Um sich vor Fälschungen zu schützen, enthält der neue Ausweis zahlreiche Sicherheitsmerkmale. Dazu gehören der Sicherheitsdruck mit mehrfarbigen, feinen Linienstrukturen und Mikroschriften, Oberflächenprägungen, ein integrierter Sicherheitsfaden sowie Hologramme und Kippbilder. Im Vergleich zum alten Dokument gibt es zwei neue Angaben: die Postleitzahl und der Ordens- oder Künstlername. Außerdem ist auf der Vorderseite eine neue Nummer zu erkennen: Die sechsstellige Zugangsnummer - sie ermöglicht im Übrigen keine Rückschlüsse auf die Person - ist nötig, wenn die Pin zweimal falsch eingegeben wurde.

Wann ist der neue Ausweis erhältlich?

Die neuen Karten gibt es ab 1. November. Die alten Ausweise behalten ihre Gültigkeit bis zum angegebenen Ablaufdatum. Ein vorzeitiger Umtausch ist aber möglich.

Was kostet der

Ausweis?

Wer älter als 24 Jahre alt ist, zahlt künftig 28,80 Euro für den Personalausweis - also rund dreimal so viel wie bisher. Für Antragsteller unter 24 Jahren kostet die neue Karte 22,80 Euro. Der neue Personalausweis ist wie bisher zehn Jahre gültig. Ausnahme: Bei unter 24-Jährigen liegt die Gültigkeit bei sechs Jahren.

Sind Fingerabdrücke gespeichert?

Wer möchte, kann freiwillig seine Fingerabdrücke auf dem Chip speichern lassen. Die Daten dürfen nur von staatlichen Stellen ausgelesen werden. Der Datenschutzbeauftragte der Bundesregierung, Peter Schaar, rät aber davon ab. Er fürchtet, dass die Fingerabdrücke letztendlich in zentralen Dateien landen könnten, obwohl dies bisher nicht vorgesehen ist.

Wie sicher ist

der neue Ausweis?

„Der Personalausweis ist sicher“, betont Jens Bender, Experte beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Die Verbindung von integriertem Chip und zusätzlicher Pin-Abfrage sei bei Internet-Transaktionen „ein deutlicher Sicherheitsgewinn gegenüber dem heute üblichen Verfahren von Benutzername und Passwort“. Denkbar sei zwar ein klassischer Trojaner-Angriff, bei dem etwa mit einem Schadprogramm die Tastatureingabe der sechsstelligen Pin mitgeschnitten werden könne. „Damit habe ich aber noch keinerlei Zugriff auf die persönlichen Daten“, sagte Bender. Diese würden nur verschlüsselt übertragen. „Auch als Angreifer komme ich nicht an die Daten heran.“

Wie kann ich

den Ausweis im

Internet nutzen?

Um den neuen Personalausweis am heimischen Computer für die Abwicklung von Internet-Geschäften oder für das Online-Banking zu nutzen, ist ein Kartenlesegerät und eine spezielle Software nötig. Zum Start sponsert das Bundesinnenministerium laut „Plusminus“ für 24 Millionen Euro mehr als eine Million der benötigten Lesegeräte. Die Lesegeräte sollen unter anderem über Computer-Zeitschriften und ausgewählte Banken kostenlos als sogenannte Starter Kits verteilt werden.

Gibt es Unterschiede bei den Lesegeräten?

Bei einfachen Lesegeräten erfolgt die Sicherheitsabfrage der Personalausweis-Pin über die PC-Tastatur. Höherwertige Lesegeräte haben eine eigene kleine Tastatur für die Eingabe der Geheimzahl. Datenschutzbeauftragter Schaar sprach sich für den Einsatz dieser besonders sicheren, aber etwas teureren Geräte aus. „Meine Befürchtung ist, dass jetzt durch die Verwendung dieser einfachen Leser, die vom Bundesinnenministerium verteilt werden, eine Technologie mit dem neuen Personalausweis verbunden wird, die angreifbar ist“, sagte Schaar dem NDR. Mit der Pin allein sei zwar noch kein Betrug möglich, so Schaar. Wenn der Personalausweis aber in einem Hotel oder auf einem Campingplatz hinterlegt werden müsse, „ist in der Tat Gefahr im Verzug“. mm

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