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Betriebsrat nicht erwünscht - und das, obwohl Müller 34 000 Mitarbeiter in sieben Ländern beschäftigt.

In Wiener Filiale

Sie wollte einen Betriebsrat: Müller kündigt Mitarbeiterin

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Die Drogerie Müller soll eine Mitarbeiterin entlassen haben, weil sie einen Betriebsrat gründen wollte. In Österreich ruft eine Politikerin zum Kauf-Boykott auf. 

Wien - 34.000 Mitarbeiter in sieben Ländern beschäftigt die Drogeriekette Müller nach eigenen Angaben. In einer der 756 Filialen, genau gesagt in Wien-Floridsdorf, soll es zuletzt zu einer unschönen Entlassung gekommen sein. Wie die österreichische Tageszeitung Die Presse berichtet, wollte eine Mitarbeiterin dort einen Betriebsrat gründen. Ihre Chefin habe sie daraufhin gewarnt: Sie solle aufhören, Kollegen zu rekrutieren. Kurz darauf folgte nach Angaben des Blatts die Kündigung.

Müller reagiert nicht auf Nachfragen  

Begründung: Die deutsche Leitung sehe so etwas nicht gerne. Dort, in Ulm, möchte man anscheinend zu dem Vorfall keine Stellung beziehen. Auf die mehrmalige Nachfrage unserer Onlineredaktion reagiert die Geschäftsführung nicht. Wohl ein heikles Thema für das Familienunternehmen um Inhaber Erwin Müller: Bereits 2008 hatte Verdi Müller verklagt. Auch damals ging es nach einem Bericht des Handelsblatts um die Vorgehensweise gegen Mitarbeiter, die sich um Betriebsversammlungen bemühten. 

Im aktuellen Fall ruft Julia Herr, Vorsitzende der Sozialistischen Jugend Österreichs, zum Boykott gegen Müller auf. Auf ihrer Facebook-Seite zeigt sie dem Unternehmen den Stinkefinger und schreibt: „Bei Müller kauf ich erst wieder, wenn es einen Betriebsrat gibt! Wenn ihr uns unsere Rechte nehmt, könnt ihr euch unser Geld abschminken!“ Der Beitrag wurde über 2000 Mal geteilt und hat im Netz Diskussionen über das Für und Wider von Betriebsräten ausgelöst.

Klage auf Wiedereinstellung läuft

Die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA-djp) hat laut Die Presse eine Klage auf Wiedereinstellung der Mitarbeiterin beim Arbeits- und Sozialgericht eingebracht. „Es ist ein öffentliches Geheimnis, dass das Engagement für die Betriebsratsgründung das Motiv für die Kündigung ist“, sagt Gewerkschaftsführer Wolfgang Katzian. 

Tobias Gmach

 

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