Bis zu sieben Prozent: IG Metall legt drauf

- München ­- Die bayerische IG Metall will bei den ab Mitte März anstehenden Tarifverhandlungen eine deutlich höhere Lohnsteigerung durchsetzen als im Vorjahr. "Es wird derzeit über eine Forderung von sechs bis sieben Prozent gesprochen", sagte der Bezirksvorsitzende der Gewerkschaft in Bayern, Werner Neugebauer, in München. Bei der letzten Tarifrunde hatte die IG Metall fünf Prozent verlangt und letztlich 3,0 Prozent plus eine flexible Einmalzahlung von bis zu 620 Euro rausgeschlagen.

"Es brummt in den Unternehmen wie selten zuvor", begründete Neugebauer die aufgestockte Lohn- und Gehaltserhöhung. "Da brauchen wir uns nicht zu schämen, mehr zu fordern als im Vorjahr." Die Betriebe der Metall- und Elektroindustrie seien ausgelastet und die Auftragsbücher voll, gerade dem Maschinenbau gehe es sehr gut. Das zeige, wie wettbewerbsfähig die Branche sei. Neugebauer: "Es ist genug Geld da."

Derzeit beraten die Bezirksverbände der IG Metall darüber, mit welcher Lohnforderung sie in die erste Verhandlungsrunde mit den Arbeitgebern am 15. März gehen. In Bayern beschließt die Tarifkommission am 15. Februar eine Empfehlung, am 26. Februar einigt sich dann der Bundesvorstand der IG Metall auf eine einheitliche Forderung. Beobachter rechnen mit über sechs Prozent.

Die Arbeitgeber warnen vor überzogenen Lohnforderungen. 2006 sei für die Betriebe gut gelaufen, erklärte Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Metall-Arbeitgeber (VBM). Allerdings werde das laufende Jahr nicht mehr so einfach: "Das Wachstum wird sich abschwächen, die Gewinne werden niedriger ausfallen und für den Export werden die Währungsverhältnisse schwieriger." Volkswirte halten dennoch Aufschläge von drei bis vier Prozent für verkraftbar.

Die Metall- und Elektroindustrie beschäftigt bayernweit 710 000 Mitarbeiter und gehört damit zu den Schlüsselbranchen im Freistaat. Allerdings sind nur rund 440\x0f000 Mitarbeiter in Betrieben angestellt, die Mitglied im VBM sind. Nur für sie gelten die zwischen IG Metall und Arbeitgebern vereinbarten Abschlüsse unmittelbar.

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