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Werksverkauf der Firma Sieber am Standort Geretsried: Seit dem Bekanntwerden des Listerien-Fundes geht nichts mehr.

Rückrufaktion nach Bakterien-Fund

Listerien in Wurst und Fleisch von Sieber: Was wir wissen und was nicht

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Geretsried - Der Fund von gefährlichem Listerien in Wurst- und Fleischwaren der Firma Sieber hat die Verbraucher alarmiert. Die Firma hat am Montag ihre gesamten Produkte vom Markt genommen. Was wir über den Sieber-Wurst-Skandal bisher wissen und was nicht.

  • Am Wochenende sorgte die Nachricht für Aufsehen, dass in Produkten von Sieber gefährliche Bakterien gefunden wurden.
  • „In einigen Einzelfällen wurden in Schinken- und Wurstprodukten unseres Unternehmens Listerien gefunden“, teilte die in Geretsried nahe Wolfratshausen ansässige Großmetzgerei am Montag mit.
  • Nach dem Fund der gesundheitsgefährdenden Bakterien hat Sieber dann am Montag eine Rückrufaktion für ihre gesamte Ware gestartet. Die Sieber-Produkte wurden umgehend aus dem Handel genommen.
  • Auf ihrer Internetseite bittet die Geretsrieder Firma zudem die Verbraucher, nach dem Listerien-Fund selber aktiv zu werden. „Wir bitten die Verbraucher, die Produkte zu vernichten“, schreibt Sieber auf seiner Homepage.
  • Die Rückrufliste für Sieber-Produkte ist lang: Fleischkäs fein, Fleischkäs grob, Brühpolnische, Debrecziner, Kalbs- und Leberkäs – mehr als 200 verschiedene Wurstprodukte ruft Sieber zurück.
  • Sieber belieferte deutschlandweit auch Großkunden: Dazu gehören Küchen an den Flughäfen in München und Frankfurt sowie die Kantinen namhafter Automobilmarken.      

Sieber-Wurst-Skandal: Erster Listerien-Fund im März

  • Nach einem ersten Fund im März hatten sich die Hinweise verdichtet, dass der Listerien-Stamm aus Geretsried für mehrere Erkrankungen im süddeutschen Raum verantwortlich sein könnte.
  • Am 19. Mai bekam das zuständige Landratsamt Bad-Tölz-Wolfratshausen einen ersten Hinweis. Es dauerte dann noch einige Tage, bis die Behörden Erkenntnisse hatten, um aktiv zu werden. Am Freitag, 27. Mai, bestätigte das renommierte Robert-Koch-Institut den Verdacht, dass die Ursache vieler Krankheiten in Geretsried liegen könnte. Am gleichen Tag verhängte das Landratsamt einen Rückruf und ein Verkaufsstopp.
  • Das Robert-Koch-Institut nimmt auf der Jagd nach Listeriose-Erregern laufend Proben aus ganz Deutschland systematisch unter die Lupe.
  • Ungeklärt ist bisher noch, wie die gefährlichen Bakterien in die Lebensmittel von Sieber geraten sind.

Sieber-Wurst-Skandal: Listerien-Bakterien können Lebensmittelvergiftung auslösen 

  • Listeriose ist eine durch Bakterien verursachte Lebensmittelvergiftung. Auslöser sind Listerien, die in der Natur häufig vorkommen - etwa im Kompost, in der Erde und auf Pflanzen. Gefährdet sind vor allem rohe Tierprodukte wie Hackfleisch, Sushi und Rohmilchkäse. 
  • Listerien machen Gesunden in der Regel keine Probleme. Bei Älteren und chronisch Kranken kann eine Infektion zu Blutvergiftungen und eitrigen Hirnhautentzündungen führen. Listerien können bei Schwangeren Früh- oder Totgeburten verursachen. Die Erreger findet man sowohl auf tierischen als auch auf pflanzlichen Lebensmitteln.
  • Nach dem Bakterien-Fund gehen die Behörden dem Verdacht nach, dass mehrere schwere Krankheitsfälledurch den Verzehr von Sieber-Wurstwaren ausgelöst wurden, die in vier Fällen zum Tod geführt haben sollen.  

Listerien-Bakterien in Sieber-Wurst und -Fleisch: Wie geht es jetzt weiter?

  • Wie geht es weiter? Nachdem jetzt erstmal alle Sieber-Fleisch- und Wurst-Produkte aus dem Handel verschwunden sind, wird sich in den nächsten Tagen alles um die Aufklärung des Skandals drehen.
  • Am Firmenstandort von Sieber in Geretsried steht die Produktion jedenfalls vorläufig komplett still.
  • Das Unternehmen hat wegen des Listerien-Skandals ein Notrufnummer eingerichtet. Verbraucher können sich unter der Hotline 08171/98210 bei Sieber melden.
  • Die SPD-Fraktion macht den Listeriose-Ausbruch mit mindestens drei Toten am Mittwoch zum Thema im Plenum des bayerischen Landtags. Der SPD-Verbraucherschutzexperte Florian von Brunn zweifelt angesichts der Ausbreitung der Infektion an der Wirksamkeit der Kontrollen bei den Wurst- und Fleischherstellern, wie es hieß. Die SPD-Fraktion verlangt nun in einem Dringlichkeitsantrag umfassende Aufklärung durch das Verbraucherministerium unter Ressortchefin Ulrike Scharf.
  • Auf einer Pressekonferenz hat die Firmenleitung von Sieber am Dienstag zu dem Listerien-Skandal Stellung genommen. Zunächst entschuldigte sich die Firmenleitung für die entstandenen Ängste und Unsicherheiten und schwere Vorwürfe gegen das Ministerium erhoben. Eine Zusammenfassung der Pressekonferenz finden sie auf Merkur.de
  • Sieber im Internet: Mit dem Slogan "Wenn's um die Wurst geht, ist Qualität das beste Rezept" präsentiert sich die Großmetzgerei auf ihrer Homepage.
  • Wir informieren Sie hier, sobald neue Erkenntnisse zum Listerien-Skandal  bei Sieber-Produkten vorliegen.

js 

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