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"Ein börsennotierter Indexfonds ist ohne Einschränkungen ein geschütztes Sondervermögen", so Dr. Alexander Seibold von der Dr. Seibold Capital GmbH.

Börsennotierte Indexfonds: Der Siegeszug geht weiter

Börsenotierte Indexfonds (ETFs) sind in Sicherheit, Transparenz, Flexibilität und Kosten vielen anderen Anlageprodukten überlegen und werden sich weiter durchsetzen.

Die Zahlen sind eindeutig: In Europa nahm 2008 der Bestand an aktiv gemanagten Investmentfonds um 550 Milliarden US-Dollar ab, während börsennotierte Indexfonds einen Netto-Zufluss von 61 Milliarden US-Dollar vermeldeten (Quelle: Barclays Global Investors). Wird sich dieser Trend 2009 umkehren? Ich denke nein, er wird sich sogar noch verstärken. Vier starke Argumente sprechen für ETFs, und heben sie damit gegenüber vielen anderen Anlageprodukten ab: Sicherheit, Transparenz, Flexibilität und Kosten.

Wie wichtig der Sicherheits-Aspekt ist, wurde im vergangenen Jahr erst richtig ins Bewusstsein der Anleger gerückt. Ein börsennotierter Indexfonds ist ohne Einschränkungen ein geschütztes Sondervermögen. Die Bonität des Emittenten ist nicht entscheidend, die Kapitalanlagegesellschaft hat keinen Zugriff auf die Wertpapiere im Fonds. Käufer von Lehmann- und Bear-Stearns-Zertifikaten haben schmerzhaft erfahren, wie wichtig dieses Detail ist.

Auch die glasklare Transparenz eines ETF ist unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit zu sehen. Bei einem Indexfonds weiß der Anleger immer, was drin steckt: Es sind die Aktien, Anleihen oder Geldmarktpapiere, aus denen der zu Grund liegende Index besteht – und nicht mehr. Dagegen stehen Fondsmanager unter einem starken Performance-Druck. Um den Index in der Wertentwicklung zu schlagen, ist er gezwungen, ein höheres Risiko einzugehen. Nach dem neuen, liberalisierten Investmentrecht stehen ihm sehr viele Möglichkeiten offen. Die Kehrseite: Für den Anleger wächst die Unsicherheit, welche Wertpapiere sich aktuell im Fonds befinden.

Auch die Flexibilität, jederzeit den Indexfonds über die Börse kaufen und verkaufen zu können, ist durchaus nicht selbstverständlich, wie das Krisenjahr 2008 gezeigt hat. Tagelang waren Börsen, wie in Moskau, geschlossen. Anleger hatten keine Möglichkeit, ihre Papiere zu verkaufen. Auch für zahlreiche strukturierte Anleihen sank die Liquidität innerhalb von Tagen auf Null. Dagegen konnten auch Großanleger jederzeit mühelos große Summen beispielsweise im DAX-ETF kaufen oder verkaufen. Denn im vergangenen Jahr war vor allen Dingen eines entscheidend: Schnell den Markt verlassen, wenn die Kurse fallen. Viele Anleger mussten dagegen tatenlos zusehen, wie ihre Investments an Wert verloren.

Die geringe Kostenbelastung der ETFs wird sich langfristig sehr positiv auswirken, das ergibt sich schon aus der Zinseszinsrechnung. Die günstigsten Anbieter schaffen das Management eines Indexfonds mit einer jährlichen Belastung von nur 0,15 Prozent des Fondsvolumens. Aktiv gemanagte Aktienfonds verlangen oft mehr als zwei Prozent pro Jahr, inklusive Vertriebsprovisionen. Das bedeutet zwangsläufig, dass der Fondsmanager Jahr für Jahr den Index mindestens um 1,5 Prozent schlagen muss, um nach Abzug der Kosten seine Benchmark wenigstens zu erreichen.

Autor:

Dr. Alexander Seibold von der Dr. Seibold Capital GmbH in Gmund am Tegernsee war durch die geschickte Auswahl von ETFs 2008 einer der erfolgreichsten Vermögensverwalter in Deutschland.

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