GDL sieht Lokführer fast am Ziel

Frankfurt/Main - Nach einem von Streiks geprägten Jahr sieht sich die Spartengewerkschaft GDL für ihre Lokführer fast am Ziel. Ein Ende des Konflikts steht nun in Aussicht.

Man habe inzwischen bundesweit für 97 Prozent der Lokomotivführer die inhaltsgleichen Rahmenregelungen vereinbaren können, erklärte Gewerkschaftschef Claus Weselsky am Montag in Frankfurt laut einer Mitteilung. Der GDL-Chef zeigte sich zuversichtlich, noch in diesem Jahr zu Abschlüssen mit der Nord-Ostsee-Bahn (NOB) und der südwestdeutschen Albtal Verkehrsgesellschaft (AVG) gelangen zu können.

Das Schlichtungsverfahren mit der NOB dauere voraussichtlich bis Ende Dezember und mit der AVG könne man den Konflikt nach dem verbesserten Angebot möglicherweise bereits am Mittwoch beenden, berichtete die GDL. Am Montag hatte sie die angekündigten Streiks ausgesetzt. Es gibt darüberhinaus noch weitere kleine Bahnunternehmen, mit denen die GDL bislang nicht zu einem Abschluss gekommen ist. Dort werde man im kommenden Jahr neu ansetzen.

Noch verdienten zudem nicht alle Lokführer auf dem angestrebten Niveau der Deutsche Bahn, räumte die Gewerkschaft ein. Bei besonders großen Niveau-Unterschieden sei eine stufenweise Angleichung vereinbart worden. Zwingend sei aber, dass bei Neuausschreibungen von Verkehrsleistungen nur noch mit dem Niveau aus den Rahmenregeln kalkuliert werden dürfe. “Damit gehört der Wettbewerb über die Personalkosten der Lokomotivführer der Vergangenheit an“, erklärte Weselsky.

Im Verlauf des Tarifkonflikts hatte die GDL zahlreiche Privatbahnen bestreikt. Allein bei der Hessischen Landesbahn traten die Gewerkschafter 28 Tage am Stück ihre Arbeit nicht an und bei der NOB ist nach GDL-Angaben 2350 Stunden, also fast 100 volle Tage lang, gestreikt worden.

Als weiteres Ziel sei für die meisten Mitglieder der Schutz vor negativen Folgen eines Betreiberwechsels erreicht worden, erklärte die GDL. Die Lokführer würden jeweils beim neuen Unternehmen weiterbeschäftigt. Der Beruf müsse attraktiver gemacht werden, um die drohende Personallücke von 2500 fehlenden Lokführern im Jahr 2014 zu verhindern. Bereits heute gebe es rund 800 Lokführer zu wenig.

dpa

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