TUI sieht weiter wachsende Reiselust

- Varadero - Die TUI sieht trotz der zuletzt etwas schwächeren Geschäfte mit dem Urlaub die Reiselust der Deutschen ungebrochen. Im kommenden Jahr werde die Entwicklung aber auch vom politischen Neuanfang und von der Fußballweltmeisterschaft beeinflusst, deren Auswirkungen noch schwer abschätzbar seien. Vor allem beim Fußball sei noch unsicher, "ob es Geschäft bringt oder kostet", sagte TUI-Deutschland-Chef Volker Böttcher bei der Vorstellung der Sommerkataloge 2006 am Samstag in Varadero.

Die Preise werden wegen der Kerosinzuschläge der Fluggesellschaften im Sommer im Durchschnitt um 2,3 Prozent steigen.

Für das kommende touristische Jahr (1. November bis 31. Oktober) erwartet die TUI einen Umsatzanstieg, der noch über dem Branchendurchschnitt liegen sollte. Er könne den Pessimismus nicht teilen, der in der Branche zuletzt geäußert wurde, sagte Böttcher. 2006 sei trotz aller Risiken von einem Marktwachstum von vier bis fünf Prozent auszugehen, und die TUI wolle davon überdurchschnittlich profitieren. Zurzeit gebe es im Tourismus wieder "mehr Licht als Schatten."

Trotz Terroranschlägen und Naturkatastrophen sehe die TUI "ein sehr robustes Wachstum." Böttcher sagte: "Es ist offensichtlich, dass die Deutschen solchen Ereignissen mit einer neuen Art von Taperkeit und Realismus begegnen." Zwar müssten die betroffenen Urlaubsgebiete herbe Rückschläge hinnehmen. Aber sie erholten sich auch schneller wieder.

In der abgelaufenen Sommersaison erreichte die TUI in Deutschland ein Umsatzplus von 5,3 Prozent. Die Zahl der Gäste sei sogar um 14,7 Prozent gestiegen. Zum Ergebnis machte Böttcher keine Angaben. Bei den Buchungen für den Winter sei man auf Vorjahresniveau - auch wenn sich die Entwicklung nach einem sehr guten Start inzwischen etwas abgeschwächt habe.

Konzernchef Michael Frenzel hatte kürzlich noch die Erwartung geäußert, dass das Tourismusgeschäft des Konzerns auch im Winter weiter wachsen werde. Allerdings betraf dies den Konzern. Vor allem die britische TUI-Tochter macht derzeit gute Geschäfte. In der Branche war in Deutschland zuletzt von deutlich wieder abgeschwächtem Wachstum die Rede, kaum dass sie sich von ihrer größten Krise nach den Terroranschlägen im September 2001 erholt hatte.

Böttcher sieht das optimistischer: Das Geschäft mit dem Urlaub wachse und habe sich damit - auch wenn das Wachstum sich etwas abgeschwächt habe - von der allgemeinen Entwicklung der Kaufzurückhaltung abgekoppelt.

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