Siemens: Abspaltung von Sparte noch in diesem Geschäftsjahr

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München (dpa) - Der Elektrokonzern Siemens will die Ausgliederung eines Teils seines Automationsgeschäfts mit gut 2000 Beschäftigten noch in diesem Geschäftsjahr abschließen.

Ein Siemens-Sprecher bestätigte, dass die Geschäftseinheit Electronics Assembly Systems in eine Tochterfirma ausgegliedert werden und als eigenständige Einheit auftreten solle.

In der Sparte werden Bestückungsautomaten für Elektronikkomponenten und Leiterplatten hergestellt. Die Arbeitnehmervertreter seien am Dienstag im Wirtschaftsausschuss über die Pläne informiert worden, sagte der Sprecher. Der Siemens-Konzernumbau schreitet damit weiter voran. Dabei ist nach den Worten von Siemens-Chef Peter Löscher etwa die Hälfte der Wegstrecke bewältigt.

Die Geschäftseinheit Electronics Assembly Systems gehört zu dem früheren Automatisierungsbereich Automation & Drives. Die "Süddeutsche Zeitung" (Donnerstag) hatte berichtet, Siemens prüfe unter anderem, das Geschäft zu verkaufen oder es mit einem Partner zusammenzulegen. Zur Begründung hieß es in Unternehmenskreisen, das Geschäft habe "nur wenig Synergien" mit anderen Siemens-Bereichen.

Von den weltweit gut 2000 Beschäftigten der Sparte arbeitet etwa die Hälfte in Deutschland an den beiden Standorten München und Bruchsal. Viele der Konkurrenten wie der japanische Konzern Matsushita sitzen in Asien und lassen an Niedriglohnstandorten produzieren. Hintergrund der Ausgliederungspläne dürfte auch sein, dass das Marktvolumen zuletzt deutlich zurückgegangen war.

Zu dem Konzernumbau sagte Löscher der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Donnerstag): "50 Prozent sind neu positioniert. Wir müssen die operative Kraft der Geschäfte langfristig weiter stärken". Das Portfolio zu überpüfen sei aber ein permanenter Prozess. "Nach den großen Portfolioveränderungen steht für mich jetzt aber organisches Wachstum klar im Vordergrund."

In dem Interview äußerte sich Löscher auch zu den hohen Belastungen wegen Problemen bei Auftragsbeständen vor allem in der Kraftwerkssparte und bei der fehlkonstruierten Straßenbahn "Combino". Die überraschend Bekanntgabe der Belastungen in Höhe von rund 900 Millionen Euro hatte die Siemens-Aktie am Montag einbrechen lassen, zeitweise verlor der Konzern bis zu ein Fünftel seines Börsenwertes.

Auf die Frage, ob er garantieren könne, dass in den 15 Divisionen von Siemens tatsächlich alle Aufträge durchleuchtet worden seien, sagte Löscher: "Nein, das kann niemand. Aber im Energiebereich wurden 80 Prozent der Großprojekte durchleuchtet." Dabei handele es sich eindeutig um "die Projekte mit den größten Risiken", ergänzte der Siemens-Chef. "Wir sind noch nicht durch. Aber der größte Teil ist erfasst." Es könne sein, das noch etwas komme, "aber das, was wir am Montag berichtet haben, bildet den allergrößten Teil der Belastungen ab".

Löscher bezeichnete es als unwahrscheinlich, dass in anderen Konzernbereichen ähnliche Probleme auftreten könnten wie in der Kraftwerks- und Bahntechnik. Die am vergangenen Montag überraschend mitgeteilten Altlasten haben für den Siemens-Vorstandsvorsitzenden keine Auswirkungen auf seine mittelfristigen Planung. "Wir halten an den Renditezielen fest", betonte er. Der Vorgang habe auch nichts mit Arbeitsplätzen zu tun. "Siemens wird weiterhin stark wachsen, und wir wollen neue Stellen schaffen", sagte Löscher.

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