Siemens-Affäre eskaliert weiter

München: - München - Die Siemens-Schmiergeldaffäre zieht immer weitere Kreise. Wegen der Unregelmäßigkeiten in der Festnetzsparte Com seien zwei weitere Beschuldigte verhaftet worden, teilte Siemens in München mit.

Laut informierten Kreisen handelt es sich dabei nicht um hochrangige Manager. Am Dienstag war Zentralvorstand Johannes Feldmayer als bisher ranghöchster Siemens-Funktionär verhaftet worden.

Gegen Feldmayer ermittelt die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth wegen dubioser Millionenzahlungen an den Gründer der Arbeitnehmer- Organisation AUB. Bei den jüngsten Verhaftungen der Staatsanwaltschaft München wiederum geht es um die bis zu 420 Millionen Euro, die bei Com in schwarze Kassen geflossen sein sollen. Das Geld soll für Schmiergeldzahlungen im Ausland gedacht gewesen sein.

Einer der beiden jetzt Verhafteten war noch bei Siemens beschäftigt und wurde suspendiert. Der andere hatte den Konzern bereits im Herbst verlassen. "Siemens kooperiert mit der Staatsanwaltschaft und hat ihr alle benötigten Unterlagen zur Verfügung gestellt", hieß es.

Aktionärsschützer forderten eine umfassende Aufklärung der Siemens-Affären. "Wenn Siemens jetzt nicht aufpasst, kann es hochgefährlich für das Unternehmen werden", sagte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).

Die IG Metall hatte angekündigt, wegen der Siemens-Zahlungen an AUB-Gründer Wilhelm Schelsky eine Strafanzeige gegen den Konzern zu prüfen. Siemens habe offenbar über Jahrzehnte die Arbeit und die Wahlen des Betriebsrats beeinflusst. In Gewerkschaftskreisen hieß es am Donnerstag, es sei davon auszugehen, dass die Anzeige auch tatsächlich erstattet werde.

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