Panamas Ex-Diktator Manuel Noriega ist tot

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"Siemens hat auch Pech gehabt"

- München -­ Insgeheim denkt es sich in der Schmiergeld-Affäre so mancher, doch öffentlich aussprechen mag es niemand. "Siemens hat auch Pech gehabt", sagt ein mittelständischer Unternehmer, der fünf Jahre lang in Saudi-Arabien gearbeitet hat. In vielen Ländern sei es üblich, dass man bei Aufträgen heimische Vermittlungsagenturen bezahlen müsse. Die Grenze zur Korruption sei da fließend.

Wenn die Staatsanwaltschaft da erst einmal anfange zu stöbern, werde man wohl schnell bei vielen Unternehmen fündig. Auch bei Siemens selbst denkt mancher Beschäftigte ähnlich. Die offizielle Linie aber ist klar: "Siemens duldet absolut kein ungesetzliches oder regelwidriges Verhalten von Mitarbeitern. Hier gibt es keinerlei Toleranz", sagte Vorstandschef Klaus Kleinfeld. Notfalls müsse man auch einmal auf einen Auftrag verzichten.

Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn sieht die Diskussion nüchtern. "Siemens steht zu Recht am Pranger", sagte der Wirtschaftsforscher. Das Zahlen von Schmiergeld sei inzwischen verboten und daher dürfe man es nicht tun. Allerdings wies auch Sinn darauf hin, dass die Zahlung von Schmiergeld im Ausland bis Ende der 90er-Jahre hierzulande nicht verboten war. "Man konnte das ja sogar von der Steuer absetzen." Ohne die Zahlung von Geld wäre Siemens wohl international an so manches Großprojekt nicht herangekommen, sagte Sinn.

Deutschland ist eines der wenigen Länder, in denen Auslandskorruption verboten ist und auch tatsächlich intensiv verfolgt wird. "In manchen Ländern geht es nur mit Korruption", sagt einer, der die Siemens-Affäre genau beobachtet. Deutschland sei eines der wenigen Länder, die versuchten, fair zu spielen. "Die anderen lachen sich darüber doch tot."

Doch auch in Deutschland halten sich längst nicht alle an die Regeln. "Korruption ist in Deutschland alltäglich, das Risiko, entdeckt zu werden, minimal", sagte der Frankfurter Oberstaatsanwalt und Korruptionsexperte Wolfgang Schaupensteiner. Korruption und Schmiergeldzahlungen würden zu Instrumenten der Unternehmenspolitik, wenn Aufträge nicht anders zu bekommen seien. "Das ist Alltag in Deutschland, was nicht heißen soll, dass es alle so machen."

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