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Prognose für 2016 erhöht

Siemens: Auftragsbestand klettert auf Rekordniveau

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München – Bei Siemens läuft es endlich wieder rund. Die Münchner steigerten im dritten Quartal Umsatz und Betriebsergebnis deutlich. Grund genug für Siemens-Chef Joe Kaeser, die Prognose für das laufende Geschäftsjahr, das bei Siemens am 30. September endet, anzuheben.

Siemens-Chef Joe Kaeser rechnet nun mit einem Jahresüberschuss von bis zu 5,7 Milliarden Euro – rund fünf Prozent mehr als bislang geplant. Das ließ den Aktienkurs des Elektronikkonzerns gestern um rund fünf Prozent auf über 100 Euro steigen.

„Der jahrelange Wachstumsverfall ist gestoppt und der Trend umgekehrt“, sagte Kaeser am Donnerstag in München bei der Vorstellung der Quartalszahlen. Während geopolitische Unruhen wie etwa in der Türkei und das Brexit-Votum der Wirtschaft zu schaffen machen, ist Siemens stärker gewachsen als Wettbewerber. Bei Rivalen wie General Electric, ABB und Alstom bestellten Kunden zuletzt weniger, bei Siemens legte der Umsatz dagegen im dritten Quartal um fünf Prozent auf 19,8 Milliarden Euro und der Auftragseingang um sechs Prozent auf 21,1 Milliarden Euro zu. Das Betriebsergebnis stieg um 20 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro zu. Nur wegen höherer Steuern und Zinskosten für Rückstellungen ging der auf die Aktionäre entfallende Gewinn von 1,36 auf 1,33 Milliarden Euro zurück. Größter Treiber im dritten Quartal war laut Kaeser das Energiegeschäft, das die Hälfte zum Konzernumsatz und -ergebnis beisteuert.

Dank mehrerer Großaufträge für Kraftwerke und Windparks ist der Auftragsbestand bei Siemens auf den höchsten Stand in der Firmengeschichte gestiegen: 116 Milliarden Euro. Im Einzelnen bestellten zuletzt Stromerzeuger in den USA, Bolivien und Ägypten Gas- und Dampfturbinen für Kraftwerke. In Schottland und vor der mecklenburgischen Ostseeküste soll Siemens große Windparks errichten und den Service für die kommenden Jahre übernehmen.

Acht von neun Geschäftsbereiche hätten ihr Margenziel erreicht oder übertroffen, erklärte Kaeser. Das Sorgenkind, die Sparte Prozessindustrie und Antriebe, wird gerade umgebaut. Siemens hatte bereits im März angekündigt, wegen der Nachfrageflaute aus der Öl- und Gasbranche, weltweit rund 2500 Jobs in der Sparte abzubauen oder zu verlagern, davon rund 2000 in Deutschland – schwerpunktmäßig an den bayerischen Standorten. Die Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern seien auf einem guten Weg, sagte Kaeser gestern. Er betonte allerdings, dass der Standort Deutschland insgesamt in den kommenden Jahren gestärkt werde – etwa durch den Bau eines neuen Windkraft-Werks in Cuxhaven, in dem künftig 1000 Mitarbeiter beschäftigt werden. Zudem wies Kaeser auf die erst kürzlich eröffnete neue Konzernzentrale in München und den Bau eines neuen Campus in Nürnberg hin. „Rund zwei Drittel der Ausgaben für Forschung und Entwicklung werden in Deutschland investiert“, betonte Kaser. Das sei ein klares Bekenntnis zum Standort.

Trotz Erfolgen will Kaeser die Sektkorken noch nicht knallen lassen. Es bleibe noch viel zu tun, mahnt er. „Trotz einem ordentlichen Quartal wachsen die Bäume nicht in den Himmel.“ Das Unternehmen müsse noch viel anpassungsfähiger werden. „Ständiger Wandel“ lautet Kaesers Credo für die Zukunft.

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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