Medienberichte

Medien: Siemens-Ausstieg aus Computer-Sparte - Einigung mit Fujitsu

Tokio/München - Der geplante Ausstieg von Siemens aus dem Computergeschäft und der Verkauf aller Anteile an den bisherigen Joint-Venture-Partner Fujitsu ist Medienberichten zufolge perfekt.

Fujitsu und Siemens hätten sich grundsätzlich darauf geeinigt, dass der japanische Konzern die 50-Prozent-Anteile von Siemens an dem Gemeinschaftsunternehmen Fujitsu Siemens Computers voll übernimmt und zur eigenen Tochter macht, berichtete unter anderem die japanische Wirtschaftszeitung “Nikkei“ am Samstag. Auch nach “Focus“- Informationen ist sich Siemens-Chef Peter Löscher mit seinem japanischen Partner handelseinig. Die Vereinbarung soll demnach kommende Woche bekanntgegeben werden. Der Preis für die Übernahme soll laut japanischen Medien mindestens 500 Millionen Euro betragen.

Ein Siemens-Sprecher wollte zu den Berichten am Samstag keine Stellung nehmen. “Marktgerüchte“ kommentiere man generell nicht, sagte er in München.

“Focus“ berichtete, Fujitsu wolle am Augsburger Werk mit rund 2000 Beschäftigten festhalten. Dennoch erwarteten Konzernkenner bei dem Unternehmen mit insgesamt 6200 Mitarbeitern in Deutschland Einschnitte. Wie das Magazin weiter berichtete, soll Fujitsu-Siemens- Chef Bernd Bischoff im Zuge des Eigentümerwechsels seinen Posten räumen. Nachfolger werde der derzeitige Finanzvorstand Kai Flore.

Der japanische und der deutsche Konzern hatten Fujitsu Siemens Computers mit Sitz in den Niederlanden im Oktober 1999 gegründet, um ihre Geschäftsbereiche für Personal Computer und Server in Europa zu integrieren. Der Joint-Venture-Vertrag läuft im September nächsten Jahres aus. Mit rund 10 000 Beschäftigten weltweit hatte das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr laut “Nikkei“ einen Umsatz von 6,6 Milliarden Euro erwirtschaftet. Fujitsu Siemens könnte sich nach einer vollständigen Akquisition nur noch auf den Vertrieb von Computern für Geschäftskunden beschränken, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. Laut “Nikkei“ soll das Geschäft mit Privatkunden, dass bislang rund 20 Prozent des Umsatzes ausmacht, eingestellt werden.

dpa

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