Siemens baut den Vorstand um

- München - Der Siemens-Konzern baut seinen Vorstand überraschend um. Finanzvorstand Heinz-Joachim Neubürger werde sein Amt zum 1. Mai an Strategiechef Joe Kaeser abgeben, teilte Siemens am Mittwoch mit. Der in der Finanzwelt hoch angesehene Neubürger habe sich entschieden, aus persönlichen Gründen seinen 2007 auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Zudem werden unter anderem ein neuer Technologievorstand und ein neuer Chef für die kriselnde Kommunikationssparte Com berufen. Die Siemens-Spitze wird künftig jünger und internationaler sein.

Neubürger wird seinen Vertrag vorerst weiter erfüllen und als Berater zur Verfügung stehen. Der 53-Jährige will sich offenbar eine neue Herausforderung suchen. Er hatte als ein möglicher Nachfolger von Siemens-Chef Heinrich von Pierer gegolten, war aber nicht zum Zuge gekommen. Stattdessen übernahm Klaus Kleinfeld den Chefsessel. Neubürger war als Finanzvorstand unter anderem für das Zehn-PunkteProgramm verantwortlich, dass zur Abspaltung der Halbleitersparte und zum Börsengang von Infineon führte.

Auch weitere wichtige Posten bei Siemens werden neu besetzt. Neuer Technologievorstand im Zentralvorstand von Siemens wird Hermann Requardt (51), derzeit Mitglied im Bereichsvorstand der Medizintechnik. Er tritt die Nachfolge von Claus Weyrich an. Der 62Jährige habe seinen im Herbst auslaufenden Vertrag nicht verlängern wollen, hieß es. Nicht mehr verlängert wird auch der Vertrag von Zentralvorstand Edward Krubasik (62), der unter anderem die Industriebereiche von Siemens betreute und Verbandsaufgaben wahrnahm.

Auch die kriselnde Kommunikationssparte Com bekommt einen neuen Chef. Eduardo Montes Pérez werde den Vorsitz des Bereichsvorstands von Thomas Ganswindt übernehmen, der den Bereich kommissarisch geführt hatte und weiter im Zentralvorstand bleiben wird. Der 54jährige Monzes Prez soll nun die Sanierung von Com weiter vorantreiben.

Die Wechsel in der Führungsspitze lösten auch in der unteren Führungsebene weitere Wechsel aus. Neuer Strategiechef wird dabei der 45-jährige Horst-J. Kayser, derzeit Leiter der Regionalgesellschaft Südkorea.

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