US-Präsident Trump droht mit totaler Vernichtung Nordkoreas

US-Präsident Trump droht mit totaler Vernichtung Nordkoreas
+
Siemenschef Joe Kaeser setzt beim Konzernumbau auf Outsourcing

Viele Jobs gehen an Externe

Das große Stellenschrumpfen: Siemens bröckelt 

  • schließen

München - Der Siemens-Konzern wird deutlich kleiner: Viele Jobs sollen an externe Dienstleister verlagert werden, besonders betroffen wird München sein.

Kaum ein anderes deutsches Unternehmen stand einmal so sehr für deutschen Wirtschaftsgeist wie der Elektro-Multi Siemens. Doch der ehemalige Leuchtturm ist zu einem Job-Steinbruch geworden: Seit den 80er-Jahren hat sich die deutsche Siemens-Belegschaft halbiert. Jetzt will Siemens schon wieder 2700 Jobs streichen, ein Schwerpunkt wird München sein. 

Rund 1700 Stellen will Siemens streichen – allerdings ohne betriebsbedingte Kündigungen, 1000 Jobs sollen an Dienstleister übertragen oder innerhalb des Konzerns verlagert werden. 

Alleine die IT-Sparte soll um 1350 Stellenschrumpfen, allerdings gehen davon 700 an externe Dienstleister wie Atos. Davon dürfte vor allem der Siemens-Standort Perlach betroffen sein, in dem rund 1000 Mitarbeiter sich um zentrale IT-Dienste kümmern. Der zuständige Betriebsratsvorsitzende Hartmut Scherer-Winner sieht die Sache kritisch: „Die Servicequalität wird durch Outsourcing nicht besser, die Rechner können da mal einen halben Tag stillstehen.“ Tariflöhne und Arbeitsbedingungen seien bei Fremdfirmen ohnehin meist ein Streitpunkt. Rund zehn Ausbilder- Stellen fallen im regionalen Vertrieb und Service in München weg. Außerdem will Siemens im Werk Fürth 450 Stellen abbauen. In der Logistiksparte sollen im Raum Nürnberg 200 Beschäftigte von einer Fremdfirma übernommen werden. Insgesamt schrumpft die Logistiksparte um 600 Jobs.

Stellenabbau ist nichts Neues

Stellenabbau ist bei Siemens Deutschland nichts Neues: 1980 hatte der Konzern weltweit 344.000 Beschäftigte, zwei Drittel – also 235.000 – arbeiteten in Deutschland. Derzeit stehen bei Siemens weltweit rund 348.000 Menschen in 1999: Siemens bringt Infineon mit etwa 26 000 Beschäftigten an die Börse 2005: BenQ übernimmt die Mobiltelefon-Sparte von Siemens mit 7000 Jobs, die daraus hervorgegangene BenQ Mobile geht 2006 pleite 2007: VDO (50.000 Mitarbeiter) wird an die Continental AG verkauft 2010: Die IT-Sparte SIS wird mit 31 000 Siemensianern an die französische Atos Origin verkauft Der Schrumpfkurs 2006 werden die Siemens-Bürogebäude in der Hofmannstraße abgerissen. Dort arbeiteten in den 80er- Jahren 24.000 Siemensianer Fotos: rts, Schlaf in Deutschland, das ist nicht einmal mehr ein Drittel.

„Man kann die Zahlen nicht vergleichen, seitdem wurden die Autotechniker von VDO oderInfineonausgegliedert“, so Siemens-Sprecher Michael Friedrich. „Die Märkte von Siemens sind außerdem internationaler geworden und darum haben wir im Ausland auch mehr Personal.“ Dennoch habe es 2016 in Deutschland 2400 Neueinstellungen gegeben, zudem seien 9000 weitere neue Jobs geplant.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Niederlande erwarten hohes Wirtschaftswachstum
Den Haag (dpa) - Die Niederlande erwarten ein starkes Wirtschaftswachstum von 3,3 Prozent in diesem Jahr und 2,5 Prozent 2018. Die Entwicklung der Wirtschaft und der …
Niederlande erwarten hohes Wirtschaftswachstum
Kaum Bewegung beim Dax - TecDax erklimmt Rekordstand
Frankfurt/Main (dpa) - In den deutschen Aktienmarkt ist kaum Bewegung gekommen. Weder überraschend stark ausgefallene Konjunkturdaten, noch ein kurzzeitig unter Druck …
Kaum Bewegung beim Dax - TecDax erklimmt Rekordstand
USA-Leistungsbilanz mit größtem Minus seit Ende 2008
Washington (dpa) - Das Defizit in der US-Leistungsbilanz ist im zweiten Quartal höher als erwartet ausgefallen. Der Fehlbetrag habe 123,1 Milliarden US-Dollar (102,7 Mrd …
USA-Leistungsbilanz mit größtem Minus seit Ende 2008
Gabriel und Zetsche gegen Diesel-Aus
Ist der Diesel zukunftsfähig? Zumindest als "Brückentechnologie" und in seinen modernen Varianten erhält der umstrittene Antrieb weiter Unterstützung. Klimaforscher …
Gabriel und Zetsche gegen Diesel-Aus

Kommentare