+
Peter Löscher ist der bestverdienendste Manager der Dax-Konzerne.

Siemens-Chef Löscher bestbezahlter Manager

Frankfurt/Main - Siemens-Chef Peter Löscher hat Deutsche-Bank-Boss Josef Ackermann vom Spitzenplatz der Top-Verdiener unter den DAX-Konzernen verdrängt.

Löscher erhielt 2008 nach der jährlichen Studie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz eine Gesamtvergütung von 9,839 Millionen Euro. Deutsche-Bank-Chef Ackermann landete mit 1,39 Millionen Euro auf Platz 27. Noch schlechter kam Commerzbank-Chef Martin Blessing davon: 629.000 Euro Jahresvergütung reichten nur zum 30. und damit letzten Platz. Auf dem zweiten Rang hinter Löscher landete Linde-Chef Wolfgang Reitzle, der laut Übersicht der Aktionärsschützer knapp über 8 Millionen Euro erhielt. Diese Summe wurde auch im Vorjahr für Reitzle angegeben.

Lesen Sie auch:

Trotz Krise mehr Geld für DAX-Chefs

Daimler-Chef Dieter Zetsche, im Vorjahr noch mit 10 Millionen Euro auf Rang 2 hinter Ackermann, kam jetzt mit 5,036 Millionen auf Platz 6. Neue Nummer drei ist RWE-Chef Jürgen Großmann mit fast 7,1 Millionen Euro, vor VW-Chef Martin Winterkorn, der 6,137 Millionen Euro erhielt. Den fünften Platz in der Rangliste für 2008 nimmt E.ON-Vorstandsvorsitzende der Wulf Bernotat mit 5,059 Millionen Euro ein. Die Krise habe sich bei den Managergehältern deutlich niedergeschlagen, erklärte DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker. Im Jahr 2008 verdiente ein Vorstandsmitglied eines DAX-Unternehmens durchschnittlich 2,277 Millionen Euro, 20,6 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Innerhalb des DAX würden in 16 Unternehmen die Führungskräfte besser vergütet als im Durchschnitt. Spitzenreiter sei Siemens, das seinen Vorständen durchschnittlich 4,11 Millionen Euro bezahle, ein Rückgang von nur knapp 3 Prozent.

Banker ohne Bonuszahlungen

Besonders deutlich zeigt sich die Krise bei den Banken: Da sowohl bei Deutsche Bank als auch bei der Commerzbank (an letzterer ist der Staat beteiligt) keine Boni gezahlt wurden, kam die Führungsriege der Geldhäuser auf eine einzig aus Fixanteilen bestehende durchschnittliche Vergütung von 0,995 Millionen Euro beziehungsweise 0,718 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte die Deutsche Bank im Schnitt noch 7,549 Millionen Euro bezahlt, die Commerzbank 1,801 Millionen Euro. Insgesamt zeigte sich die DSW mit Höhe und Transparenz der Managergehälter in Deutschland einverstanden. Die Studie, die insgesamt weit über 200 deutsche AG-Vorstände erfasse, habe “keine Anhaltspunkte für größere Exzesse irgendwelcher Art“ erbracht.

Weitere Gesetzesänderungen wie zum Beispiel für absolute Obergrenzen für bestimmte Gehaltsbestandteile wären “überflüssig und nicht zielführend“. Hocker und der Münchner Betriebswirtschafts-Professor Gunther Friedl kritisierten allerdings die Zunahme der festen Gehaltsbestandteile einerseits, den weiterhin großen Umfang kurzfristiger Anreize in Form von Jahresboni andererseits. Im Durchschnitt der DAX-Unternehmen wurden demnach 34 Prozent (2007: 25 Prozent) als Fixvergütung und 47 Prozent (2007: 56 Prozent) als variabler Bonus gezahlt. Wie im Vorjahr wurde 19 Prozent der Gesamtvergütung in Form Aktien oder Aktienoptionen geleistet.

AP

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Post-Tarifverhandlungen ohne Ergebnis
Wiesbaden (dpa) - Im Tarifkonflikt bei der Post droht die Gewerkschaft Verdi mit Warnstreiks. In der vierten Verhandlungsrunde Anfang kommender Woche müsse endlich …
Post-Tarifverhandlungen ohne Ergebnis
ADAC fordern von Auto-Herstellern: Dieselnachrüstung muss kommen
Die Hardware-Nachrüstung von Euro-5-Dieselautos könnte aus Sicht des ADAC die Luftqualität in Stadtgebieten um bis zu 25 Prozent verbessern.
ADAC fordern von Auto-Herstellern: Dieselnachrüstung muss kommen
Schwacher Euro hievt Dax wieder ins Plus
Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat an diesem Dienstag seine zu Wochenbeginn verbuchten Verluste wieder wettgemacht. Der deutsche Leitindex schloss 0,83 Prozent höher bei …
Schwacher Euro hievt Dax wieder ins Plus
Streit um VW-Haustarif: Verhandlungen gehen weiter
Noch ist keine Einigung in den Tarifgesprächen für 120 000 VW-Beschäftige abzusehen. Drohen neue Warnstreiks in den Werken - oder bewegt man sich im Streit um den …
Streit um VW-Haustarif: Verhandlungen gehen weiter

Kommentare