Siemens darf offenbar bei Alstom einsteigen

- München - Der französische Wirtschafts- und Finanzminister Nicolas Sarkozy hat seinen Widerstand gegen einen Einstieg von Siemens beim angeschlagenen französischen Alstom-Konzern offenbar aufgegeben. Das berichtete der "Spiegel" unter Berufung auf ein Gespräch Sarkozys mit EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti. Darin habe Sarkozy eingestanden, dass Alstom ohne weitere Hilfe von außen nicht überlebensfähig sei.

Allerdings könnte sich der mögliche Einstieg laut "Focus" verzögern: Monti tendiere dazu, eine milliardenschwere Finanzspritze für Alstom zu genehmigen, mit der sich der Konzern vorübergehend über Wasser halten könnte. Damit, dass Alstom auf Dauer ohne finanzstarken Partner auskommen könnte, rechnen Branchenkenner aber nicht. Sarkozy halte eine strategische Allianz von Alstom und Siemens für denkbar, wolle diese aber erst in einem Jahr einleiten.<BR><BR>Laut "Spiegel" sind sich Sarkozy und Monti in groben Zügen über einen Rettungsplan einig. Im September hatte Alstom angekündigt, weltweit 7000 seiner 110 000 Arbeitsplätze zu streichen. Zudem will das Unternehmen jährlich 500 Millionen Euro einsparen. Monti soll die Beihilfen unter der Bedingung genehmigen, dass Alstom seine wichtigsten Sparten - Turbinen und den TGV - ausgliedere. An der Eisenbahntechnik solle sich der französische Staatskonzern Areva beteiligen, an den Turbinen Siemens - mit der Option, den Alstom-Energiebereich später ganz zu übernehmen. Scheitern könne der Plan allerdings an den USA, da Siemens mit Alstom nahe an den derzeitigen Marktführer im Turbinengeschäft, General Electric, heranrücken würde. Dies könnte den US-Wettbewerbshütern missfallen.<BR>

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