Siemens einigt sich mit Arbeitnehmervertretern

München - Der Elektrokonzern Siemens hat sich mit Arbeitnehmervertretern über die Details des geplanten Abbaus von 5250 Arbeitsplätzen in Deutschland verständigt. Das verlautete am Donnerstag aus Verhandlungskreisen.

Demnach gelte als sicher, dass eine Transfergesellschaft für bis zu zwei Jahre aufgesetzt werde. Auch seien umfangreiche Fortbildungs- und Umschulungsmaßnahmen vereinbart worden, hieß es aus Verhandlungskreisen. Betriebsbedingte Kündigungen seien weiterhin "mehr als unwahrscheinlich". Nun stehe noch eine abschließende Entscheidung des Gesamtbetriebsrats Ende August aus. Siemens will weltweit 16 750 Stellen streichen, davon 5250 in Deutschland.

Zu dem Maßnahmenpaket gehören den Angaben zufolge auch Altersteilzeitmodelle, konzerninterne Bewerbungen und Aufhebungsverträge. Für seriöse Schätzungen, wie viel der Konzern für die Kosten an Rückstellungen bilden müsse, sei es noch zu früh, sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person. Nach der für Ende August erwarteten Zustimmung des Gesamtbetriebsrates solle im September rasch auf die Mitarbeiter zugegangen werden. Das Maßnahmenpaket dürfte für den Konzern "ordentlich teuer" werden, sagte die Person. Dem Vernehmen nach kommt der Gesamtbetriebsrat am 26. und 27. August zur entscheidenden Sitzung zusammen.

Ein Siemens-Sprecher wollte sich zu den angesprochenen Maßnahmen und zur Höhe der zu erwartenden Ergebnisbelastung nicht äußern. Auch bei der IG Metall und beim Siemens-Gesamtbetriebsrat war am Donnerstag keine Stellungnahme zu erhalten.

Siemens will seine Kosten in Vertrieb und Verwaltung um 1,2 Milliarden Euro senken. In diesem Bereich sollen nach den ursprünglichen Ankündigungen bis 2010 rund 12 600 Arbeitsplätze wegfallen. Die übrigen 4150 der insgesamt 16 750 betroffenen Stellen will der Elektrokonzern im Zuge des Umbaus von Geschäftsbereichen streichen. Die Kosten für die Maßnahmen will Siemens möglichst noch im laufenden Geschäftsjahr 2007/08 (30. September) verbuchen. Zuletzt sprach das Unternehmen in diesem Zusammenhang von "erheblichen Aufwendungen".

Siemens-Chef Peter Löscher hatte erklärt, mit den Einschnitten rüste sich Siemens für den schärfer werdenden Wettbewerb und für die erwartete Konjunktureintrübung. "Wir müssen jetzt handeln und unsere Kosten verringern, damit wir uns dann, wenn der Kampf um die Kunden härter wird, voll darauf konzentrieren können." Betriebsräte und IG Metall hatten die Stellenabbau-Pläne von Siemens bei der Bekanntgabe im Juli als überzogen kritisiert, ihren Widerstand angekündigt und notfalls auch mit Streik gedroht. Siemens hat weltweit rund 420 000 Mitarbeiter, davon 130 000 in Deutschland.

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