Siemens einigt sich in Frankreich auf Sozialplan

München/Paris - Der Elektrokonzern Siemens hat nach Auseinandersetzungen in Frankreich um die geplante Schließung eines Werks einen Sozialplan mit den betroffenen Beschäftigten erzielt.

"Wir haben uns auf die Anzahl der zu erhaltenden Arbeitsplätze und einen angemessenen Nachteilsausgleich geeinigt“, sagte Siemens-Personalvorstand Siegfried Russwurm dem “Tagesspiegel“ (Samstag). Wie geplant will der Konzern zwei Standorte in der Region Rhône-Alpes zusammenlegen. 380 der bisher zusammen rund 600 Arbeitsplätze blieben dabei erhalten, sagte ein Unternehmenssprecher. Zugleich bleibt es bei der Schließung des Werkes in Saint-Chamond bei Lyon.

Russwurm sprach von einer Einigung, mit der auch die Arbeitnehmervertreter leben könnten. Der europäische Betriebsrat habe zur Deeskalation beigetragen. Die Konfrontation am Standort Saint-Chamond wollte Russwurm ausdrücklich nicht als Geiselnahme werten. Den beiden betroffenen Managern sei keine körperliche Gewalt angedroht worden, und sie seien freiwillig auf dem Gelände geblieben. “Verglichen mit den Zuständen in anderen Firmen ist es bei unserer Tochterfirma in Frankreich sehr kultiviert zugegangen“, sagte Russwurm.

Gewerkschafter hatten davon gesprochen, dass zwei Führungskräfte in der Nacht von Montag zu Dienstag im Unternehmen festgehalten worden seien. Siemens hatte dies bereits am Dienstag dementiert und erklärt, die beiden Führungskräfte seien freiwillig in dem Unternehmen geblieben und hätten mit den Beschäftigten verhandelt.

dpa

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