Siemens: Bei Energie eine Milliarde sparen

- München - Der Siemens-Konzern stellt sich in seinem zuletzt ertragsstärksten Bereich Energieerzeugung auf deutlich sinkende Gewinnmargen ein. "Das nächste Jahr wird das schwierigste sein", sagte Bereichs-Chef Klaus Voges im Club Wirtschaftspresse München. Der zyklische Nachfrage-Einbruch bei Gasturbinen und Restrukturierungskosten nach der Übernahme des Industrieturbinen-Geschäfts von Alstom belasteten das Ergebnis. Mit einem drastischen Sparkurs und dem Ausbau des Service-Geschäfts will das Unternehmen gegensteuern. Bis 2005 sollen die Kosten auch durch Kapazitätsanpassungen um eine Milliarde Euro gedrückt werden.

<P>Wegen erfolgreicher Übernahmen und eines Sonderbooms bei Gasturbinen in den USA war die Energieerzeugung zuletzt einer der Vorzeigebereiche bei Siemens. Im kommenden Geschäftsjahr 2003/04 (30. September) werde die Marge vor Steuern und Zinsen von zuletzt 19 % nun mit Sicherheit sinken. Der Bereich werde aber alles tun, um zumindest die Siemens-Vorgabe der "Operation 2003" von 10 bis 13 % Rendite zu erreichen. Wegen des Ausbaus des Service-Geschäfts soll der Umsatz von etwa 7 Milliarden Euro im laufenden Jahr im Geschäftsjahr 2003/04 stabil bleiben - auch ohne Berücksichtigung des übernommenen Alstom-Geschäfts-Anteils. 2001/02 hatte der Bereich noch einen Umsatz von 9,4 Mrd. Euro erwirtschaftet.</P><P>Nach dem Boom im US-Markt werde das Nachfrage-Tief im Gasturbinen-Markt auch in den kommenden drei bis vier Jahren anhalten, sagte Voges. Im laufenden Jahr liefert Siemens PG (Erlangen) bereits nur noch 58 Gasturbinen aus, 2003/04 seien es voraussichtlich 30 bis 40 Gasturbinen. Wegen der Anpassung der Kapazitäten und der Übernahme des Alstom-Geschäfts wird der Bereich Arbeitsplätze abbauen müssen. Die Zahl stehe noch nicht fest, sagte Voges. Mittelfristig sei eine Größenordnung von 10 bis 15 % der Stellen aber eine vorstellbare Größenordnung. Derzeit hat der Bereich rund 30 000 Mitarbeiter, davon rund 12 500 in Deutschland.<BR></P>

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