Höhere Margen

Siemens: Massiver Personalabbau bei Konzern-Tochter – Alleine in Deutschland werden 3000 Stellen gestrichen

  • Thomas Schmidtutz
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Siemens Energy beschäftigt weltweit gut 90.000 Mitarbeiter. Das sind zu viele, findet das Management und setzt den Rotstift an.

München – Der Energietechnik-Konzern Siemens Energy will bis 2025 in Deutschland 3000 Stellen streichen, weltweit sollen insgesamt 7800 Stellen wegfallen. Damit steht jeder zwölfte Job vor dem Aus. Betroffen ist die Sparte Gas and Power, wie Siemens Energy am Dienstag bei der Vorlage der Ergebnisse für das erste Geschäftsquartal erklärte. Neben Deutschland will das Unternehmen vor allem in den USA den Rotstift ansetzen. Dort sollen 1700 Jobs abgebaut werden.

Vom Stellenabbau erhofft sich der Konzern eine deutlich steigende Profitabilität. Bis 2023 soll die bereinigte operative Marge (Ebitda) zwischen 6,5 und 8,5 Prozent liegen. Im abgelaufenen ersten Quartal hatte Siemens Energy eine Ebitda-Marge von 5,6 Prozent erreicht.

Unter dem Strich verdiente die Siemens-Tochter von Oktober bis Dezember 99 Millionen Euro und schrieb damit wieder Gewinne. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte Siemens Energy noch einen Milliardenverlust ausgewiesen. Die Aktionäre des Dax*-Schwergewichts hatten im vergangenen Sommer grünes Licht für einen Börsengang gegeben. Die Erstnotiz folgte im Herbst.

Siemens Energy-Chef: Verlangen unserer Belegschaft viel ab

„Der Energiemarkt verändert sich rasant. Das bietet uns Chancen, stellt uns aber gleichzeitig vor große Herausforderungen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Christian Bruch. Mit dem Sparprogramm will er die Wettbewerbsfähigkeit steigern. „Wir sind uns bewusst, dass unsere Pläne Teilen der Belegschaft viel abverlangen. Daher ist es unser Ziel, diese Maßnahmen so sozialverträglich wie möglich durchzuführen.“ Zudem sollen keine ganzen Standorte geschlossen werden. Sitz des Unternehmens ist München, das Hauptquartier soll in Berlin angesiedelt werden.

Erst vor wenigen Tagen hatte Siemens Energy mit den Arbeitnehmervertretern eine Vereinbarung zum Umbau des Unternehmens geschlossen, die unter anderem vorsieht, möglichst ohne Kündigungen auszukommen. Zahlen hatte das Unternehmen damals aber noch nicht genannt.

Siemens Energy: Homeoffice hilft bei den Kosten

Dass die Geschäfte im ersten Quartal gut liefen, ändere nichts an der Notwendigkeit des Umbaus, hieß es von Siemens Energy. Das Ergebnis wurde zum einen von operativen Verbesserungen bei Gas and Power und der Windkrafttochter Siemens Gamesa getragen. Zum anderen halfen Sondereffekte: So sparte das Unternehmen durch Homeoffice und wegfallende Dienstreisen in der Corona-Pandemie. (dpa/red) *Merkur.de ist Teil des Ippen Digital Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Sebastian Kahnert

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