Siemens: Erneut Ärger mit EU wegen Kartells

Absprachen eingeräumt: - München -­ Nach der jüngsten EU-Rekordstrafe wegen Kartellvergehen hat der Münchner Elektrokonzern Siemens weitere Absprachen im Elektrizitätsgeschäft eingeräumt. Siemens gab die Suspendierung von drei Mitarbeitern bekannt, die sich an einem Kartell für Leistungstransformatoren für Hochspannungsleitungen beteiligt haben sollen. Betroffen ist erneut die auf Stromübertragungssysteme spezialisierte Siemens-Sparte PTD sowie das 2005 von dem Münchner Konzern übernommene österreichische Unternehmen VA-Tech.

Der Konzern bestätigte, dass die EU-Kommission vergangene Woche Ermittlungen gegen zwei Siemens-Standorte in Nürnberg und Linz eingeleitet habe. Daraufhin von Siemens eingeleitete interne Untersuchungen hätten ebenfalls Hinweise auf ein mutmaßliches Kartell zwischen fünf Unternehmen auf dem deutschen Markt ergeben, erklärte der Konzern. Demnach sollen sich Siemens-Mitarbeiter zwischen 2001 und 2003 an verbotenen Absprachen beteiligt haben. Siemens-PTD-Chef Udo Niehage sagte, dass mögliche Unregelmäßigkeiten schnell und zügig aufgeklärt würden und kündigte Konsequenzen an. "Solche Einzelfälle werfen ein schlechtes Licht auf die ordentlichen Leistungen aller anderen Mitarbeiter", erklärte der Spartenchef. "Das kann nicht toleriert werden."

Siemens war wegen Kartellabsprachen seiner PTD-Sparte erst Ende Januar zu einer Rekordstrafe von rund 420 Millionen Euro verurteilt worden. Zuvor hatte die EU-Kommission mitgeteilt, dass sie ein europaweites Kartell im Bereich von Spezialschaltsystemen für erwiesen halte. Siemens will gegen die Strafe vorgehen.

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