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Das Sparprogramm bei Siemens dauert bis 2014.

Viele Geschäfte auf dem Prüfstand

Siemens: Erst 2014 geht's wieder aufwärts

München - Siemens hat sich nach einem schwierigen Geschäftsjahr ein Sparpaket verordnet. Zudem werden viele Geschäfte auf den Prüfstand gestellt. Aber erst 2014 wird es wohl wieder deutlich aufwärtsgehen.

Siemens rechnet angesichts von teuren Umbauten und einem dicken Sparprogramm erst im Geschäftsjahr 2013/2014 wieder mit spürbaren Verbesserungen. Dann dürfte sich der Gewinn verglichen mit dem gerade begonnenen Geschäftsjahr 2012/13 aber stark erhöhen, heißt es in einem Bericht des Konzerns an die US-Börsenaufsicht SEC, den Siemens ab späten Mittwochabend übermittelte. Anfang November hatte Vorstandschef Löscher ein sechs Milliarden Euro schweres Sparprogramm für den Konzern angekündigt, das bis 2014 läuft. Wie viele Stellen im Konzern zur Disposition stehen, hat Siemens bislang nicht beziffert.

Die schwierige Bilanz des jüngsten Geschäftsjahres bekommt auch Löscher selbst zu spüren. Insgesamt verdiente der Vorstandschef 2011/2012 mit einer Gesamtvergütung von 7,87 Millionen Euro gut 21 500 Euro - an jedem Tag. Doch das ist deutlich weniger als im Jahr zuvor. Damals hatte Löscher immerhin 870 000 Euro mehr bekommen, wie aus dem Bericht hervorgeht. Löscher bekam ein Jahresgrundgehalt von 2 Millionen Euro. Der Rest waren an Zielen orientierte Sonderzahlungen, die in bar sowie in Aktien ausbezahlt wurden. Löscher gehört zu den Top-Verdienern in der Chef-Riege der großen deutschen Konzerne.

So viel kassierten die Bosse der Dax-Konzerne 2011

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Siemens will neben Kostensenkungen auch einzelne Geschäfte prüfen und dürfte an vielen Stellen Umbauarbeiten einleiten. Einen ersten Schritt machte der für Infrastruktur und Städte zuständige Sektor: Siemens will für 2,2 Milliarden Euro die Bahnautomatisierungssparte Invensys Rail der britischen Invensys-Gruppe kaufen. Das Unternehmen mit 3200 Beschäftigten und einem Umsatz von umgerechnet knapp unter einer Milliarde Euro ist auf softwarebasierte Signal- und Leittechnik für den Schienenverkehr spezialisiert.

An der Börse wurde der Schritt am Donnerstag überwiegend begrüßt. Unter dem Strich sei die geplante Akquisition sowie die angestrebten Veräußerungen ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, sagte Deutsche-Bank-Analyst Peter Reilly. Zugleich will sich Siemens vom Geschäft mit Systemen zur Gepäckabfertigung, Brief- und Paketsortierung trennen, in dem etwa 3600 Mitarbeiter beschäftigt sind. Ein Käufer für die Sparte mit einem Jahresumsatz von rund 900 Millionen Euro ist allerdings noch nicht gefunden.

Die IG Metall fürchtet angesichts des geplanten Verkaufs einen Stellenabbau etwa in Konstanz, wo nach Gewerkschaftsangaben etwa 900 Menschen der Sparte beschäftigt sin. Laut IG Metall habe der Geschäftsführer des Standorts in einem Brief an die Mitarbeiter Personalanpassungen angekündigt. Löscher hatte bereits gesagt, dass solche Schritte an manchen Stellen unausweichlich seien. So laufen in der Medizintechnik, bei Trafo-Werken und bei der Fertigung von Windrädern bereits Stellenkürzungen.

dpa

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