Siemens: Ex-Manager zahlt Millionen zurück

- Athen/München -­ In der Siemens-Schmiergeldaffäre will der frühere Spitzenmanager in Griechenland, Prokopis Mavridis, acht Millionen Euro an das Unternehmen zurückzahlen. Siemens und Mavridis haben sich nach Aussagen des Rechtsanwaltes des Ex-Top-Managers außergerichtlich auf die Rückzahlung geeinigt. Mavridis' Aussage stützt den von der Bozener Staatsanwaltschaft geäußerten Verdacht der Bestechung.

Mavridis erschien gestern freiwillig bei einem Athener Staatsanwalt, der zurzeit Informationen über die Siemens-Schmiergeldaffäre in Griechenland nachgeht. Das Geld befindet sich auf zwei Bankkonten in der Schweiz und in Griechenland und diente nach Mavridis‘ Aussagen "finanziellen Interessen" des Unternehmens. Das Geld sei "eindeutig nur für Zwecke des Wachstums des Unternehmens" eingesetzt worden, hat der Ex-Manager dem staatlichen griechischen Rundfunk zufolge dem Staatsanwalt gesagt.

Der Konzern holt sich jetzt externe Hilfe ins Haus. Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen ein Maßnahmenpaket, um die internen Kontrollsysteme zu überprüfen und zu verbessern. Dazu beauftragte der Aufsichtsrat die Anwaltskanzlei Debevoise & Plimpton LLP mit einer unabhängigen Untersuchung der Kontrollsysteme. Dabei sollen die Experten von der KPMG als Abschlussprüfer von Siemens begleitet werden. Der Anti-Korruptionsexperte Michael J. Hershman, derzeit unter anderem Vorsitzender des Prüfungsausschusses der amerikanischen Sektion von Transparency International, wurde zum "Compliance-Berater" ernannt.

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