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Maskierte Siemens-Mitarbeiter in Frankreich.

Geiselnahme von Siemens-Chefs beendet

Paris/München - Wütende Mitarbeiter eines Siemens-Werks in Frankreich haben vorübergehend zwei Führungskräfte als Geiseln genommen.

Der Leiter der Verwaltungs- und Finanzabteilung sowie die Personalchefin seien in der Nacht von Montag zu Dienstag im Unternehmen festgehalten worden, sagte ein Gewerkschaftssprecher am Dienstag in Saint-Chamond bei Lyon. Am Abend ließen die Beschäftigten sie frei, damit sie an einem Treffen mit Gewerkschaftern und dem Chef von Siemens VAI Metals Technologies, Bernhard Fonseka, teilnehmen konnten. Dabei sollte über die geplanten Stellenstreichungen und den Sozialplan verhandelt werden.

Der Siemens-Konzern in München hatte zuvor dementiert, dass es sich um eine Geiselnahme gehandelt habe. Die Siemens-Führungskräfte seien freiwillig in dem Unternehmen geblieben und mit den Beschäftigten in Verhandlungen.

Siemens VAI Metals Technologies will an seinen zwei Standorten in der Region Rhône-Alpes fast die Hälfte der rund 600 Arbeitsplätze abbauen. Das Werk in Saint-Chamond soll komplett geschlossen werden. Nach Angaben der Gewerkschaften ist das Unternehmen das letzte große Planungs-, Entwicklungs- und Konstruktionsbüro in Frankreich für die Eisen- und Stahlindustrie.

In Frankreich kommt es immer wieder zu militanten Aktionen wütender Beschäftigter. In den vergangenen Monaten wurden mehrfach Topmanager von Firmen wie Sony, Caterpillar, Scapa und 3M von aufgebrachten Arbeitnehmern stundenlang in Geiselhaft genommen. Viele erreichten mit den Aktionen beispielsweise höhere Abfindungen.

dpa

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