Siemens-Gesamtbetriebsratschef droht mit Streik

München - Der Gesamtbetriebsrats-Chef des Siemens-Konzerns Siemens droht angesichts der erwarteten massiven Stellenstreichungen mit Streik.

"Ein Arbeitskampf ist möglich", sagte Ralf Heckmann der "Süddeutschen Zeitung" (Montag). Die Arbeitnehmerseite werde sich beim Treffen mit dem Management zu Wochenbeginn über die Pläne informieren. "Erst dann werden wir darüber entscheiden, ob wir verhandeln oder nicht", kündigte Heckmann an. Auch rechtliche Schritte müssten geprüft werden.

Vor gut einer Woche war bekanntgeworden, dass Siemens im Zuge der geplanten Einsparungen von 1,2 Milliarden Euro in Verwaltung und Vertrieb weltweit voraussichtlich mehr als 17 000 Arbeitsplätze streichen will, davon 6450 in Deutschland. Weder der Konzern selbst noch die IG Metall hatten die Zahlen allerdings bisher bestätigt. Nach den Beratungen mit der Arbeitnehmerseite im Wirtschaftsausschuss am Montag und Dienstag wollen Siemens-Chef Peter Löscher und Personalvorstand Siegfried Russwurm am Dienstag bei einer Pressekonferenz über die Maßnahmen informieren. Russwurm stellt sich auf "eine harte, aber hoffentlich sachliche Diskussion" mit den Betriebsratsvertretern ein.

Am Donnerstag hatte bereits der Vorsitzende des Siemens- Europabetriebsrates, Werner Mönius, Widerstand gegen die Pläne angekündigt und notfalls mit Streik gedroht. Nach Gewerkschaftsangaben haben zudem die Betriebsräte aller Münchner Siemens-Standorte ihren Betriebsleitungen mitgeteilt, dass sie bis zur Vorlage einer detaillierten Personalplanung keinerlei personellen Einzelmaßnahmen wie Versetzungen oder Einstellungen zustimmen werden.

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