Siemens gibt Computerbau auf

München - Nach monatelangen Spekulationen hat der Technologiekonzern Siemens den Verkauf seiner Anteile am Gemeinschaftsunternehmen Fujitsu Siemens Computers (FSC) unter Dach und Fach gebracht.

Wie am Montag aus Unternehmenskreisen verlautete, übernimmt der japanische Joint-Venture-Partner Fujitsu den 50-prozentigen Anteil an dem Computerhersteller. Der Preis dafür soll Medienberichten zufolge bei rund 500 Millionen Euro liegen. Siemens selbst wollte die Berichte nicht kommentieren.

Das Gemeinschaftsunternehmen, ein Joint Venture des japanischen Fujitsu-Konzerns mit der ehemaligen Siemens-Nixdorf, ist das größte Computerunternehmen Europas und (auch gegenüber der Konkurrenz aus Fernost) Marktführer in Deutschland. Es erwirtschaftete 2007 einen Umsatz von 6,6 Milliarden Euro und einen Vorsteuergewinn von 105 Millionen Euro. Dies ist Siemens Vorstandschef Peter Löscher zu wenig. Deutschlandweit arbeiten rund 6200 Menschen für den Computerhersteller, weltweit hat FSC 10 500 Mitarbeiter.

Zu den wichtigsten Standorten in Deutschland gehören Augsburg, München, Paderborn, Sömmerda und Bad Homburg. In Augsburg trotzt sogar die Entwicklung und Fertigung von Hauptplatinen der ansonsten in diesem Bereich übermächtigen Konkurrenz aus Fernost.

Der IG-Metall-Vertreter im Siemens-Aufsichtsrat, Dieter Scheitor, forderte, im Falle eines Eigentümerwechsels müssten insbesondere das Werk in Augsburg mit rund 2000 Mitarbeitern und das Servicezentrum in Sömmerda mit etwa 500 Mitarbeitern erhalten bleiben. Auch die bereits getroffenen Beschäftigungsvereinbarungen müssten bestehen bleiben.

mm/ap

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